Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ost-Länder: Braunkohle für sichere Energieversorgung unverzichtbar

Ost-Länder: Braunkohle für sichere Energieversorgung unverzichtbar

Die heimische Braunkohle ist nach Ansicht ostdeutscher Bundesländer für eine sichere Energieversorgung unverzichtbar. Darauf verständigten sich die Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf einem Braunkohlegipfel mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Montag in Leuna (Saalekreis).

Voriger Artikel
Hochwasser in Sachsen - Tauwetter und Regen lassen Flüsse anschwellen
Nächster Artikel
Drogenkriminalität nimmt laut Polizeistatistik in Sachsen stark zu - Ulbig: „Alarmierender Anstieg"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (links) und dessen Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (beide CDU) sitzen auf einer Pressekonferenz nach dem Braunkohlegipfel in Leuna (Saalekreis).

Quelle: dpa

Leuna. Braunkohle habe derzeit einen Anteil von rund 50 Prozent an der sogenannten Grundlaststromerzeugung in Deutschland. Damit nach dem Atomausstieg die Energiewende bis 2050 gelingt, sei es wichtig, die Braunkohle als Brückentechnologie zu nutzen. Am Braunkohlegipfel, zu dem auch Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft gekommen waren, gab es aber auch Kritik.

Da bei der Verbrennung von Kohle unter anderem das für die Umwelt schädliche Kohlendioxid entsteht, ist die Energiegewinnung aus Kohle umstritten - Umweltschützer dringen auf einen Kohleausstieg, aber zugleich ist diese Form der Stromgewinnung mit die günstigste.

Die bündnisgrünen Landtagsfraktionen der drei Länder warfen den Landesregierungen vor, sie führten ein Rückzugsgefecht für eine überkommene Technologie. „Statt sich verbissen an jeden Strohhalm zu klammern und die Zukunft der Braunkohle schönzureden, müssen die drei Landesregierungen dringend Strategien für einen Strukturwandel in ihren jeweiligen Braunkohleregionen entwickeln“, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag, Michael Jungclaus, in Potsdam. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnete den Gipfel als ein „peinliches Bekenntnis zu rückwärtsgewandeter Energiepolitik“.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte: „Die Versorgungsengpässe, die es in diesem Winter bei der Gasversorgung gab, zeigen, wie wertvoll unsere heimische Braunkohle ist.“ Sie sei ausreichend vorhanden und kostengünstig. Strom müsse auch künftig bezahlbar sein, auch für Hartz-IV-Empfänger, sagte er. Zudem sehen die ostdeutschen Länder große Perspektiven für die Braunkohle als Grundstoff, etwa für die chemische Industrie. Dazu würden neue Technologien entwickelt. Dies sei zudem wichtig, um die Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten zu mindern.

„Eine bezahlbare und sichere Energieversorgung ist für die deutsche Wirtschaft wichtig“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Die Braunkohle sei der Partner der erneuerbaren Energien. Dazu zählen die Windkraft und die Solarenergie. Mit Blick auf die von der EU vergebenen Zertifikate für den zulässigen CO2-Ausstoß von Unternehmen sagte er, diese seien der „Scharfrichter“ für die stoffliche Nutzung der Braunkohle.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte, alle Beteiligten seien sich einig, dass es in Deutschland langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für die Nutzung der Braunkohle geben müsse. Dies sei auch wichtig für Investoren. Die drei Länder forderten zudem, die Entwicklung neuer Verfahren für CO2-arme Kraftwerkstechnologien und einer CO2-arme Kohlechemie in den Forschungsprogrammen des Bundes und der EU noch stärker als bisher aufzunehmen.

In Deutschland sind den Angaben zufolge rund 90.000 Arbeitsplätze mit der Braunkohle verbunden, davon rund 40.000 in den drei Förderländern. „Es wird auf jeden Fall länger Braunkohle geben als zum Beispiel Gas“, sagte Haseloff mit Blick auf die Vorkommen. In Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt reiche die Braunkohle die nächsten 100 Jahre.

„Ob wir es mögen oder nicht, Stromerzeugung wird grüner“, sagte der Deutschland-Chef des Vattenfall-Konzerns, Tuomo Hatakka. Die Energiewende sei aber ohne die Braunkohle oder die Braunkohleverstromung nicht umsetzbar, denn es gebe noch „Riesenschwankungen“ bei der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energien. Nötig seien mehr Speicherkapazitäten.

Petra Buch, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr