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Pegida-Aufmarsch: Dresdner Polizei verweigerte Gegendemonstranten den Zugang

Pegida-Aufmarsch: Dresdner Polizei verweigerte Gegendemonstranten den Zugang

Niemand hatte die Absicht, friedliche Pegida-Gegner auszugrenzen. Es ging nur darum, „das Aufeinandertreffen der gegensätzlichen Lager bei der Anreise zu verhindern".

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Vielen Gegendemonstranten hat die Polizei den Zugang verwehrt, ohne auf Ausweichrouten hinzuweisen.

Quelle: dpa

Dresden. Sollten Menschen, die am Montagabend gegen das Anti-Islam-Bündnis protestieren wollten, von der Polizei daran gehindert worden sein, den Schloßplatz zu erreichen, hätten „möglicherweise einige Kollegen das notwendige Fingerspitzengefühl vermissen lassen". Das sagte am Dienstag der Dresdner Polizeisprecher Thomas Geithner.

Im Klartext: Die Polizeiführung kann nicht ausschließen, dass da etwas schief gelaufen ist am Georgentor, auf der Augustusstraße, der Brühlschen Terrasse und auf dem Terrassenufer. Denn überall dort wurde Pegida-Gegnern der Zugang zum Schloßplatz verweigert. Ohne, dass die Abgewiesenen auf die Ausweichvariante hingewiesen wurden, die die Polizei für sie offen gehalten hatte: den Weg von der Neustädter Elbseite über die Augustusbrücke.

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Dresden. In Dresden formiert sich erneut Widerstand gegen die Pegida-Demonstrationen am Montagabend. Das Bündnis „Dresden für alle“ ruft derweil zum Dialog auf. Organisiert von "Dresden für Alle" wollen ein Vertreter des Islamischen Zentrums und Politiker von SPD, LINKE und Bündnis90/Die Grünen am Straßburger Platz nahe der Pegida-Demonstration mit Interessierten ins Gespräch kommen.

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„Die Polizei hat mich daran gehindert, meine staatsbürgerlichen Rechte wahrzunehmen", kritisierte bereits am Montagabend ein Dresdner, dem der Zugang durch das Georgentor verweigert wurde. Eine Dresdnerin probierte es auch über die Brühlsche Terrasse, das Terrassenufer und die Augustusstraße – ohne Erfolg. Auch Felix Ruhnow bemerkte die Absperrungen. „Gegen 18 Uhr wurden von der Polizei alle Zugänge von der Altstadt zum Schloßplatz abgeriegelt", berichtete er. So seien viele Menschen daran gehindert worden, sich der Anti-Pegida-Demo anzuschließen. „Auf Nachfrage bei den Beamten wurde dies nur mit dem Stichwort Pufferzone begründet", so der Dresdner weiter. Und „Sie hätten ja eher kommen können", sei den Abgewiesenen beschieden worden.

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«Pegida»-Anhänger protestieren in Dresden gegen die angebliche Überfremdung.

Quelle: Kay Nietfeld

Polizeisprecher Thomas Geithner begründete das Konzept der reichlich 600 Einsatzbeamten. „Aufgabe der Polizei ist laut Versammlungsgesetz der Schutz der friedlichen Veranstaltungen", sagte Geithner. Dieser Schutz beinhalte ausdrücklich auch die An- und Abreise der Demonstrationsteilnehmer. Deshalb sei festgelegt worden, dass der Zugang zu den Kundgebungen aus gegensätzlichen Richtungen erfolgen soll: „Pegida aus Richtung Postplatz und Bernhard-von-Lindenau-Platz, Teilnehmer der Gegendemonstration aus Richtung Augustusbrücke. Dass dieses Konzept für den einen oder anderen Teilnehmer einen Mehraufwand bedeutet, war uns bewusst." Die Kritik an der Umsetzung der Vorgaben sollen bei der Einsatznachbereitung und beim nächsten Polizeieinsatz berücksichtigt werden, versprach Geithner.

Außerdem erklärte er gestern die Methode der Polizei, die Teilnehmerzahlen zu ermitteln. Demnach zählen die Beamten bei Demonstrationszügen die Teilnehmer pro Reihe und multiplizieren dieses Ergebnis dann mit der Anzahl der Reihen. Bei stationären Kundgebungen wird geschätzt. Dabei gehen die Beamten von drei bis vier Teilnehmern pro Quadratmeter aus. So kamen sie vor Wochenfrist auf rund 5500 Pegida-Gegner auf dem Theaterplatz und vorgestern auf den neuen Rekord von etwa 17.500 Anhängern des Anti-Islam-Bündnisses.

Womöglich hätte es noch mehr Widerstand gegeben, doch das Bündnis „Dresden für alle" verzichtete wegen des Weihnachtsfriedens dieses Mal auf Demonstrationen. Ein Eindruck bleibt haften: Das unterschwellige Aggressionspotenzial der Pegida-Anhänger wächst. Journalisten berichten von Pöbeleien und offen zur Schau getragenem Hass. Der Pegida-Schlachtruf „Lügenpresse" war am Montagabend in Dresden tausendfach zu hören. So mancher Demonstrant fügt gern ein „... auf die Fresse" hinzu.

Experten glauben deshalb nicht, dass ein politischer Dialog mit Pegida-Anhängern viel Sinn macht. Zu groß seien die Feindbilder auf beiden Seiten. Tatsächlich hatte Pegida-Chef Lutz Bachmann erklärt, dass es keiner Gespräche mit der Politik bedürfe. Die Politiker müssten nur ihre Augen aufmachen, dann wüssten sie schon, was zu tun sei, rief der Erfinder der Protestbewegung ins Mikrofon.

Christoph Springer

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