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Politische Kampfansage: Kandidat Steinbrück findet Zustimmung bei Grünen und FDP

Politische Kampfansage: Kandidat Steinbrück findet Zustimmung bei Grünen und FDP

Die Entscheidung der Sozialdemokraten, Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten in den Bundestagswahlkampf zu schicken, findet bei Grünen und FDP Zustimmung. Insbesondere die Ökopartei zeigte sich beflügelt und angriffslustig.

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Die Entscheidung für Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidaten findet bei den Grünen Zustimmung.

Quelle: dpa

Berlin. „Die klare Zuspitzung ist die richtige Ansage an Angela Merkel“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, der Leipziger Volkszeitung. Steinbrück spreche die SPD-Wähler an und könne bis weit in die Mitte hinein Wähler mobilisieren.

„Er ist als ehemaliger Finanzminister in Zeiten der Euro-Krise gut geeignet, den Menschen in Deutschland die notwendige Sicherheit zu bieten und gleichzeitig die Ursachen der Krise mit einer Reform des Bankensektors engagiert anzupacken“, erklärte die Grünen-Politikerin. „Wir Grüne werden einen eigenständigen Wahlkampf machen, setzen aber auf eine starke SPD um die schwarz-gelbe Bundesregierung 2013 abzulösen.“

Auch Grünen-Parteichef Cem Özdemir begrüßte die Entscheidung in der K-Frage: Die Nominierung von Peer Steinbrück zum SPD-Kanzlerkandidaten „ist eine gute Nachricht, da sie zeigt: die SPD will bei der Bundestagswahl richtig fighten“. Dass die SPD schon jetzt und mit einem profilierten Kandidaten „die Boxhandschuhe anzieht“ sei gut. „Weil es signalisiert, die wollen auch in der Mitte der Union Stimmen abjagen und gewinnen.“

Die Bundestagswahl werde schwierig genug für Rot-Grün, betonte Özdemir. Realistisch gesehen müsse die SPD auf 30 plus x Prozent kommen und die Grünen auf 15 plus x Prozent, damit es reiche. „Das ist aber machbar. Jetzt erst recht“, sagte Özdemir. „Die Grünen werden selbstbewusst um möglichst viele Stimmen für sich kämpfen.“ Es gebe „keine rot-grüne Wahlkampfzentrale, wohl aber unsere Wunschvorstellung Nummer eins - und das ist die Ablösung von Schwarz-Gelb durch eine Regierung aus Grünen und SPD“. Das setze aber voraus, dass auch die Grünen „möglichst breit und eigenständig fischen“.

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Die Entscheidung für Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidaten findet bei der FDP Zustimmung.

Quelle: dpa

Als eine „sehr kluge Entscheidung der SPD“ hat das FDP-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki die Festlegung der Sozialdemokraten gegenüber dieser Zeitung gelobt: „Peer Steinbrück ist einer, der auch der Bundeskanzlerin Angela Merkel Schach bieten kann“, sagte der Nord-Liberale, der Fraktionschef im Kieler Landtag ist. Steinbrück mache ihm als FDP-Politiker aus zweierlei Gründen große Freude, sagte Kubicki: „Es ist gut für die parlamentarische Demokratie, wenn eine Volkspartei sich optimal aufstellt und mit ihm bietet sich für meine Partei eine weitere Koalitionsoption.“ Und zweitens sei „sehr gut“, wenn sich die Auswahlmöglichkeit für die Liberalen erweitere.

Nicht alle Parteikollegen äußerten sich so positiv. FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sprach von Wählertäuschung. „Steinbrück verkörpert nicht das SPD-Programm.“ Die Vize-Chefin der Linken, Sahra Wagenknecht, sieht in der Entscheidung pro Steinbrück einen „Offenbarungseid“ der SPD: „Er ist das Eingeständnis, dass sie weiterhin für schlechte Renten, niedrige Löhne und lasche Bankenregulierung steht.“

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Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, spricht im Bundestag in Berlin.

Quelle: Wolfgang Kumm dpa/Archiv

Die SPD-Fraktion im Bundestag hingegen hofft nun auf einen scharfen Wettbewerb mit der Union: „Steinbrück ist ein Mann der klaren Worte und der bessere Kanzler. Das wird eine kantige Auseinandersetzung mit Merkel“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann der LVZ. „Ich freue mich auf den Wahlkampf mit Peer Steinbrück.“

Kanzlerin Merkel zeigte sich offiziell von der Entscheidung unbeeindruckt. Sie habe „überhaupt keine Vorlieben“ für einen bestimmten SPD-Kontrahenten, sagte ihr Sprecher. „Die Bundeskanzlerin wird sich jedem Kandidaten stellen.“ Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, konnte sich ein wenig Spott hingegen nicht verkneifen: „Gabriel kann nicht, Steinmeier will nicht - da blieb nur einer übrig“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Dieter Wonka / Maja Heinrich

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