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Polizei-Ausschuss befragt weitere Überfall-Opfer von Halberstadt

Polizei-Ausschuss befragt weitere Überfall-Opfer von Halberstadt

Im Polizei-Untersuchungsausschuss haben weitere Opfer über den aus ihrer Sicht fehlerhaften Polizei-Einsatz nach dem brutalen Überfall auf Halberstädter Schauspieler berichtet.

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Das Landtagsgebäude von Sachsen-Anhalt in Magdeburg

Quelle: Volkmar Heinz

Magdeburg. Die Zeugen kritisierten am Montag im Landtag in Magdeburg, dass es bis zum Eintreffen der Polizei zu lange gedauert habe. Zudem hätten die Beamten nicht zuerst die Täter verfolgt, sondern die Personalien der Opfer aufgenommen. Bei der mutmaßlich von Rechten begangenen Tat waren am 9. Juni 2007 fünf Schauspieler schwer verletzt worden.

„Es hat gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert, bis sie sich in das Fahrzeug begeben haben und hintergefahren sind“, sagte Alexander Junghans. Er bezog sich damit auf die zögerliche Verfolgung des Haupttäters, den die Polizei zunächst laufen gelassen hatte. Junghans war in der Tatnacht mit einem roten Irokesenschnitt unterwegs. Die Frisur, die er sich für die vorangegangene Premiere der „Rocky Horror Show“ zugelegt hatte, war möglicherweise Anlass für den Überfall. Das Amtsgericht Halberstadt hatte den Haupttäter zu zwei Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, aber keinen Beweis für das von der Anklage angenommene politische Motiv gefunden.

Ein Untersuchungsbericht der Polizei hatte den Beamten bereits massive Fehler attestiert. Demnach waren sie zwar schnell am Tatort, aber mit der Situation wegen fehlender Führung eines Vorgesetzten überfordert. Jedoch werden in dem Bericht auch einige Vorwürfe der Zeugen entkräftet. So war die Polizei zwei Minuten nach dem Notruf am Ort des Geschehens. Die bisher befragten Opfer hatten diesen Zeitraum als deutlich länger eingeschätzt.

Junghans, der am Montag eine schwarze Irokesenfrisur trug, verwies bei der Befragung auf Erinnerungslücken: „Ich kann mich noch erinnern, dass ich aus der Nase blutete.“ Ob er geschlagen oder getreten wurde, könne er nicht mehr genau sagen. Es habe mit einem Schlag gegen die Schläfe angefangen. Der 24-Jährige, der im Alter von acht Jahren erstmals auf der Bühne des Nordharzer Städtebundtheaters stand, erlitt einen mehrfachen Nasenbeinbruch, Blutergüsse und Schwellungen. Als zweite Zeugin befragte der Ausschuss eine 28- jährige Tänzerin. „Ich war sehr aufgebracht, weil ich Todesangst hatte. Selbst ich war voller Blut, obwohl ich nicht verletzt war“, sagte die Frau. Sie beklagte, dass die Polizei ihren Notruf zu spät entgegengenommen habe und nicht schnell genug am Tatort gewesen sei.

Im April will der Landtags-Untersuchungsausschuss weitere Opfer des Überfalls befragen, im Mai dann voraussichtlich Polizisten, die am Tatort waren. Der Landtags-Untersuchungsausschuss beschäftigt sich mit mehreren angeblich fehlerhaften Ermittlungen der Polizei nach rechtsextrem motivierten Straftaten.

dpa

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