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Polizei hält Pegida-Anhänger und Gegner in Dresden auf Distanz

Weitgehend ruhig Polizei hält Pegida-Anhänger und Gegner in Dresden auf Distanz

In Dresden haben Gegner und Anhänger des fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnisses demonstriert. Befürchtete Zusammenstöße bleiben aus. Die Polizei war im Gegensatz zu früheren Pegida-Veranstaltungen mit einem Großaufgebot vor Ort.

Quelle: dpa

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei in Dresden am Montagabend Anhänger und Gegner des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses auf Distanz gehalten. Bis auf wenige kleinere Zwischenfälle blieb es friedlich. Während das Bündnis „Herz statt Hetze“ auf dem Theaterplatz vor der Semperoper nach Schätzungen der Gruppe „Durchgezählt“ mit etwa 4000 Menschen für Weltoffenheit und Toleranz demonstrierte, versammelte Pegida bis zu 8000 Anhänger am gegenüberliegenden Elbufer.

An einer Gegenkundgebung vor dem Bahnhof Neustadt, die unter anderem vom Bündnis „Dresden Nazifrei“ unterstützt wurde, beteiligten sich den Schätzungen zufolge ungefähr 900 Menschen. 2578 Polizisten aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz. Aus Angst vor Zusammenstößen hatte die Stadt nur Kundgebungen an einer Stelle und keine Demonstrationszüge zugelassen. Die Pegida-Organisatoren, die eigentlich durch die Neustadt ziehen wollten, waren am Nachmittag mit einem Eilantrag gegen die Bestimmungen vor dem Verwaltungsgericht Dresden gescheitert.

Nach Abschluss der Kundgebungen wurden vereinzelt Feuerwerkskörper geworfen. In der Neustadt zündeten Randalierer mehrere Müllcontainer an. Linksradikale Demonstranten lieferten sich nach Angaben von Beobachtern Rangeleien mit der Polizei. Medienberichte über Festnahmen wurden zunächst nicht bestätigt. Nach Polizeiangaben wurden aber mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. An der „Herz statt Hetze“-Kundgebung beteiligten sich auch Mitglieder der Landesregierung, darunter Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU), Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) und Integrationsministerin Petra Köpping (SPD).

Zu Beginn der Veranstaltung, an der auch die Staatsoper Dresden und das Staatsschauspiel mitwirkten, erklang die „Ode an die Freude“. Mit laut „Durchgezählt“ 3000 bis 4000 Menschen kamen aber weniger als von den Organisatoren erhofft. Pegida hatte für die Kundgebung, bei der auch Weihnachtslieder gesungen wurden, mit dem Elbufer vor dem Regierungsviertel vorliebnehmen müssen. Mit bis zu 8000 Teilnehmern verzeichnete das Bündnis wieder leichten Zulauf. Über die Feiertage soll zunächst nicht mehr demonstriert werden. Die nächste Kundgebung wurde für den 4. Januar angekündigt.

Aus Protest gegen Pegida hatte das Finanzministerium seine Lichter ausgeschaltet. Damit sollte ein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz gesetzt werden, hieß es. Auch die Kunstakademie auf der anderen Seite der Elbe blieb dunkel, um keine Kulisse für Hass und Hetze zu bieten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) hatte vor den Demonstrationen dazu aufgerufen, unterschiedliche Meinungen friedlich kundzutun. „Ich würde es nicht akzeptieren können, wenn Gewalt und Straftaten auf den Straßen Dresdens die Oberhand gewinnen.“

Am vorvergangenen Wochenende hatte es in Leipzig bei Demonstrationen gegen einen Neonazi-Aufmarsch Ausschreitungen von Linksautonomen gegeben. Auch deshalb war die Polizei in Dresden mit einem Großaufgebot präsent. Unterstützt wurden die sächsischen Polizisten dabei von Kollegen aus Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und der Bundespolizei.

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