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Polizei in Chemnitz hat bei NSU-Straftaten keinen politischen Hintergrund gesehen

Polizei in Chemnitz hat bei NSU-Straftaten keinen politischen Hintergrund gesehen

Bei ihren Ermittlungen zu Straftaten der Neonazi-Terrorzelle NSU hat die Polizei in Chemnitz keinen politischen Hintergrund gesehen. Es sei nicht zu erkennen gewesen, dass dahinter eine politisch orientierte Gruppierung steckte, sagte der damalige Chemnitzer und jetzige Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski am Freitag bei einer Zeugenvernehmung vor einem Untersuchungsausschuss des Landtages.

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Bei ihren Ermittlungen zu Straftaten der Neonazi-Terrorzelle NSU hat die Polizei in Chemnitz keinen politischen Hintergrund gesehen.

Quelle: dpa

Dresden. Auch von den Observationen des Umfeldes des untergetauchten Trios, die von Thüringen in Auftrag gegeben worden waren, habe er nicht gewusst.

Das Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe soll für zehn Morde sowie mehrere Banküberfälle verantwortlich sein. Mundlos und Böhnhardt sind tot. Zschäpe sitzt in Haft.

Bei den Banküberfällen seien die Täter in der Regel zu zweit, extrem brutal und hoch professionell vorgegangen, schilderte der Chemnitzer Kriminalist Jens Merten. „Niemals hinterließen sie Spuren.“ Sie seien maskiert gewesen und hätten ihre Überfälle akribisch vorbereitet. Die Ermittler hätten „mehr als das Normale gegeben“, um die Taten aufzuklären. „Uns hat es gewurmt, dass wir nichts gefunden haben.“ Er habe geglaubt, dass sich die Täter von ihrer Beute ein schönes Leben machen oder ein Geschäft finanzieren.

Auf die Idee, dass es dabei um Beschaffungskriminalität einer rechtsextremistischen Gruppe ging, wäre er nie gekommen, sagte Merten. Mundlos und Böhnhardt sollen von 1998 bis 2004 in Chemnitz und Zwickau mehrere Banken sowie einen Lebensmittelmarkt überfallen haben.

Jetzt liegen dem Untersuchungsausschuss auch die Ermittlungsakten zu den Überfällen vor. Diese waren Ende vergangenen Jahres an den Generalbundesanwalt abgegeben worden. Alle Bemühungen der Abgeordneten, eine Kopie zu erhalten, versandeten bisher. Nun stellte sich heraus, dass es im Landeskriminalamt ein Duplikat der Akten gab. Die Obleute der Grünen und der SPD, Miro Jennerjahn und Sabine Friedel, regierten empört. Die Akten seien dem Ausschuss mehr als ein halbes Jahr vorenthalten worden, sagte Friedel.

dpa

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