Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Polizei und Sport beraten nach Spielabbruch: Ministerium sieht Zuständigkeit beim Verband

Polizei und Sport beraten nach Spielabbruch: Ministerium sieht Zuständigkeit beim Verband

Nach den erneuten Randalen während eines Auswärtsspiels von Roter Stern Leipzig (RSL) beraten Vertreter von Polizei, Fußballverband und Politik über Konsequenzen.

Leipzig. Der Spielabbruch solle am Montagabend Thema im Ausschuss für Sport und Sicherheit beim Landespräventionsrat werden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wendt. Der Ausschuss komme turnusmäßig zusammen. Die Polizei ermittelt weiter wegen der Auseinandersetzungen zwischen RSL- und SV Mügeln-Fans sowie wegen der Angriffe auf Polizisten. Das Spiel war am Samstag nach antisemitischen Schmähgesängen in der 80. Minute abgebrochen worden.

„Wir sind auf unterschiedlichen Ebenen im Gespräch“, so Wendt gegenüber LVZ-Online. Er verwies auf die Initiative von Staatsminister Ulbig (CDU) zur Einführung eines Sicherheitseuros bei Fußballspielen und auf die finanzielle Förderung der Fanprojekte. „Wir können nur mit dem Verband reden“, so Wendt. Man werde wegen des Vorfalles jetzt nicht in Aktionismus verfallen, sagte er.

Welche Schlussfolgerungen am Ende stehen würden, wollte der Ministeriumssprecher noch nicht prognostizieren. Mehr Geld für die Fanprojekte sei nur eine Überlegung. Zudem nahm Wendt deutlich den Sächsischen Fußballverband in die Pflicht. Bei Vorfällen wie in Mügeln oder zuvor in Brandis sei nicht primär das Ministerium in der Verantwortung. Vielmehr sei es „Baustelle des Verbandes“, sagte Wendt.

Dieser sieht umgekehrt die Politik in der Pflicht. Die Zusammenarbeit zwischen Verband, Vereinen und Polizei im Vorfeld der Partie sei gut gewesen, so Lutz Mende, Leiter Spielbetrieb beim Sächsischen Fußballverband am Montag. Die Polizei habe signalisiert, dass das Spiel auch an dem Tag ausgetragen werden könne. „Viel mehr können wir nicht leisten“, so Mende zu LVZ-Online.

Man müsse sehen, was man den Vereinen zumuten könne. Ein Sportplatz wie Mügeln habe nun einmal nicht den Sicherheitsstandard des Leipziger Zentralstadions, und den brauche es in der 8. Liga normalerweise auch nicht. „Wir als Verband können die Zuschauer nicht bestrafen“, sagte Mende. Hier sei die Politik gefordert. Wenn solche Leute auftauchten, müssten sie mit allem sanktioniert werden, was das Gesetz hergibt.

Aus der Politik wird derweil der Ruf nach Konsequenzen laut. Nicht die Symptome, sondern die Ursachen extremistischer Übergriffe am Rande von Fußballspielen müssten bekämpft werden, forderten Landtagsabgeordnete von SPD und Linken am Montag.

 

Die sportpolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Verena Meiwald, forderte Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf, „die Präventionsarbeit im Fußball in allen Bereichen zu erhöhen“. Der Minister solle zur Kenntnis nehmen, „dass Fußballspiele, egal in welcher Liga, immer verstärkter und öffentlich dazu genutzt werden, rechtes Gedankengut zu transportieren“. Der SPD-Abgeordnete Henning Homann schlug einen Runden Tisch „Tolerantes Stadion“ vor, an dem Vereine, Fanprojekte, Politik und Sicherheitsbehörden ein gemeinsames Vorgehen entwickeln sollten.

sl / spa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr