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Kunstinstallation „Lampedusa 361“ ohne Störungen eröffnet

Theaterplatz Dresden Kunstinstallation „Lampedusa 361“ ohne Störungen eröffnet

Die Kunstinstallation „Lampedusa 361“ auf dem Dresdner Theaterplatz ist am Freitagmittag in friedlicher Atmosphäre eröffnet worden. Rund 500 Menschen kamen. Im Gegensatz zum Start der Skulptur "Monument" blieben Störungen aus.

Die Eröffnung von "Lampedusa 361" verlief weitgehend ohne Störungen.

Quelle: dpa

Dresden. Die Kunstinstallation „Lampedusa 361“ auf dem Dresdner Theaterplatz ist am Freitagmittag friedlich und ohne große Störungen eröffnet worden. Rund 500 Menschen kamen nach Angaben der Polizei zur kurzen Ansprache von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der im Gegensatz zur „Monument“-Eröffnung am Dienstag frei und ungestört sprechen konnte.

Hilbert bezeichnete das Kunstprojekt als ein „Mahnmal zur rechten Zeit am rechten Ort“. „Dieser Friedhof sei schwer zu ertragen“. Doch das Werk rege zum Nachdenken an und es werde darüber gesprochen. Das sei „sehr wichtig“, so Hilbert.

Die meisten Besucher zeigten sich der Kunstinstallation gegenüber offen. Zwar standen überall am Rande der Menge auch Gegner des Werkes, die dieses Mal aber ruhig blieben. Von ihnen waren zwar einige mit Pfeifen oder sogar Vuvuzelas ausgerüstet, diese blieben aber ungenutzt. Wohl auch, da die Polizei im Vorfeld mehrere Grüppchen gezielt angesprochen hatte. Bei der Eröffnung gab es lediglich einzelne Rufe, zudem versuchte ein Autofahrer zwei Mal mit lautem Hupen die Veranstaltung zu stören.

Nach den kurzen Ansprachen nutzten viele Besucher die Chance, sich die einem Grabfeld nachempfunden Fotomatten anzusehen und Kerzen und Blumen niederzulegen.

Am Rande kam es jedoch immer wieder zu Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern. Nur selten blieben diese ruhig und konstruktiv, oft wurden die Gegner des Projektes laut, persönlich und nicht selten beleidigend. Ihr Argument: Man solle doch lieber den Dresdner Toten gedenken. Trotz der vielen Gedenkveranstaltungen rund um den 13 Februar waren sie der Meinung, das tue niemand.

Nach etwa einer Stunde trennten sich dann beide Lager. Während die Besucher des Projektes nach und nach abreisten, konzentrierten sich die Gegner auf eine angemeldete Kundgebung auf der anderen Seite des Platzes, um dort mit Parolen wie „Merkel muss weg“ oder „Widerstand“ weiterzumachen. Hier beteiligten sich rund 60 Personen, von denen einige eindeutig dem Pegida-Spektrum zugeordnet werden konnten. Unter anderem wurde Pegida-Mitbegründer Siegfried Däbritz gesichtet. Die rechten Demonstranten zeigten unter anderem ein Banner mit der Aufschrift "Erst Paul dann Ali gedenken".

Ein Teil von ihnen zog schließlich weiter zum Neumarkt, wo die Diskussionen weitergingen. Einige der meist älteren Menschen offenbarten dabei ein sehr eigenes Geschichtsverständnis. Ihrer Meinung nach hätten die Alliierten den Krieg begonnen, während Hitler ja Frieden wollte.

"Lampedusa 361"

Die Kunstinstallation „Lampedusa 361“ zeigt bis zum 14. Februar auf dem Theaterplatz 90 Fotomatten mit Fotografien von Gräbern ertrunkener Flüchtlinge auf Sizilien. Anlass für die Kunstinstallation ist die Vergabe des Dresden-Preises am Sonntag in der Semperoper. Der Friedenspreis, der vom Verein „Friends of Dresden Deutschland“ vergeben und von der Klaus-Tschira-Stiftung mit 10.000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr an Domenico Lucano, der als Bürgermeister von Riace in Kalabrien ein einzigartiges Modell des Willkommens für Flüchtlinge geschaffen hat. Seit 18 Jahren werden die dort aufgenommenen Migranten mit Wohnung, Arbeit sowie Sprachunterricht in das Dorfleben integriert. Von derzeit 1800 Einwohnern kamen 550 als Flüchtlinge.

In diesem Jahr wird zudem ein Sonderpreis an Amalia und Guiseppe Gelardi vergeben. Das Ehepaar hatte im Oktober 2013 Kiflay aus Eritrea in ihrem sizilianischen Familiengrab bestattet. Das 17-jährige Mädchen war mit weiteren 367 Flüchtlingen am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa ertrunken.

sl/DNN

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