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Prozess um Neonazi-Gruppe „Sturm 34“ vertagt: Verteidigung bekommt mehr Zeit

Prozess um Neonazi-Gruppe „Sturm 34“ vertagt: Verteidigung bekommt mehr Zeit

Der Prozess um die verbotene Neonazi-Gruppe „Sturm 34“ vor dem Landgericht Dresden wird zu einem mühsamen Puzzle aus verblassenden Erinnerungen. Fast fünf Jahre nach den mutmaßlichen Straftaten der fünf Angeklagten konnten die ersten Zeugen am Dienstag teils nur noch vage von den gewalttätigen Überfällen berichten.

Dresden. Den jungen Männern zwischen 23 und 31 Jahren werden gefährliche Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.   

Laut Anklage waren die Männer im Mai und Juni 2006 an Straftaten im Raum Mittweida beteiligt. Ein Beamter, der nach einer brutalen Schlägerei auf einem Dorffest gegen die rechtsextreme Kameradschaft ermittelt hatte, verwies vor dem Gericht auf Augenzeugen. Sie hätten ihm berichtet, dass die Angeklagten „Angst und Schrecken“ verbreitet hatten. Die Gruppe sei auf dem Fest regelrecht „einmarschiert“ und habe unter anderem einen Punker krankenhausreif geschlagen, sagte der 37 Jahre alte Ermittler.   

Ein 23-jähriger Zeuge, der bei dem Überfall verletzt worden war, sagte: „Das ist fünf Jahre her.“ An Gesichter könne er sich nicht mehr erinnern. „Ich habe nur gesehen, dass massiv zugetreten wurde. Ich wollte eingreifen und wurde selbst zu Boden getreten.“ Von dem „harten Schuhwerk“ habe er noch heute eine Narbe im Gesicht. Wer ihn damals getreten hat? „Keine Ahnung.“   

Der Prozess wird am Freitag nächster Woche fortgesetzt und damit später als zunächst geplant. Das Gericht gab der Verteidigung mehr Zeit zur Beratung mit den Angeklagten. Der Vorsitzende Richter sagte nach einem informellen Gespräch mit Anwälten und Staatsanwaltschaft zwei zuvor geplante Verhandlungstage ab.   

Wenn sich die Angeklagten nun am 25. März zu den Vorwürfen äußern, werde dies noch als eine frühe Einlassung gewertet, sagte der Vorsitzende Richter. Eine solche Aussage kann sich zu ihren Gunsten auswirken.   

„Sturm 34“ wurde im April 2007 nach 13 Monaten vom sächsischen Innenministerium verboten. Zum harten Kern zählten laut Behörde 50 Mitglieder und rund 100 Sympathisanten.

dpa

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