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Q-Cells kriegt die Kurve: Zwei Jahre nach der Pleite erstmals wieder schwarze Zahlen

Q-Cells kriegt die Kurve: Zwei Jahre nach der Pleite erstmals wieder schwarze Zahlen

Der Solarkonzern Q-Cells hat endgültig die Kurve gekriegt: Zum ersten Mal seit der Pleite vor zwei Jahren wurde im ersten Quartal 2014 wieder Gewinn gemacht, verkündete Firmenchef Charles Kim gestern stolz.

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Produktion bei Hanwha Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen.

Quelle: pd

Bitterfeld-Wolfen. Wie hoch das Plus war, wollte er zwar nicht verraten. Aber: Das Unternehmen, das seit anderthalb Jahren Hanwha Q-Cells heißt, schreibe wieder schwarze Zahlen. Damit sei man auf gutem Wege, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen: Auch das Gesamtjahr 2014 soll mit einem Überschuss enden. "Wir sind zuversichtlich, dass wir 2014 ein positives Jahresergebnis erreichen werden." Letztes Jahr hatte es noch rote Zahlen gegeben, deren Höhe Kim aber ebenfalls nicht verriet.

"Hanwha Q-Cells hat den Turnaround geschafft", sagte der sonst eher zurückhaltende Südkoreaner selbstbewusst. "Und wir sind heute der größte europäische Photovoltaik-Anbieter. Diese Position wollen wir auf Basis weiteren Wachstums in diesem und den nächsten Jahren ausbauen." Mit einem Produktionsvolumen von 244 Megawatt in den Werken in Bitterfeld und in Malaysia sowie einem Absatz von 247 Megawatt liege man in Europa schon jetzt klar in Führung.

Früher war Q-Cells sogar weltweit die Nummer eins gewesen. Doch wegen der Billigkonkurrenz aus China folgte dann der Absturz - vor zwei Jahren musste das einstige Vorzeigeunternehmen Insolvenz anmelden. Die Rettung kam ein halbes Jahr später aus Südkorea: Der Mischkonzern Hanwha stieg ein - und macht Kim zum neuen Chef in Bitterfeld-Wolfen.

"Die Nachfrage nach unseren Premium-Photovoltaik-Produkten und -Lösungen wächst weiter", sagte Kim. "Unsere internationalen Produktionsanlagen für Solarzellen und -module laufen mit voller Auslastung." In Bitterfeld-Wolfen wird längst wieder in drei Schichten gearbeitet. Aktuell stocke man die Produktionskapazitäten sogar auf - allerdings nicht in Deutschland, sondern in Malaysia. Dort entsteht gerade eine neue Produktionslinie für Solarzellen. Das dortige Werk hatte noch der alte Q-Cells-Chef Nedim Cen errichtet, um der Billigkonkurrenz aus Asien zu trotzen. Geholfen hat es am Ende nichts. Hanwha hatte dann beide Standorte übernommen. Auch in Bitterfeld-Wolfen wird - im kleineren Rahmen als früher - weiter produziert. Schwerpunkt hier ist aber Forschung und Entwicklung. Schließlich, so Kim, gehöre "Engineered in Germany" - als entwickelt in Deutschland - zum Markenkern von Hanwha Q-Cells.

Größter Einzelmarkt des Unternehmens ist nicht mehr Deutschland, sondern Japan. Hier sei Hanwha Q-Cells inzwischen größter nicht-japanischer Anbieter. In Europa liegen Großbritannien und Frankreich vorn, der Heimatmarkt folgt erst dahinter. Die gute Entwicklung sorgt auch für neue Jobs: In Bitterfeld-Wolfen arbeiten wieder 880 Mitarbeiter, 60 mehr als bei der Übernahme durch Hanwha. Demnächst sollen es sogar 900 werden, hatte ein Sprecher im April angekündigt. 20 Stellen seien derzeit offen. Vor der Pleite waren es aber noch 1300 Mitarbeiter an dem Standort gewesen. Noch mehr Jobs entstehen derzeit in Malaysia, wo schon bei der Pleite kaum gestrichen wurde. Hier gab es bereits 65 Neueinstellungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2014
Frank Johannsen

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