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Radfahren wird beliebter: Mehr Radwege in Sachsen gefragt

Fahrradhauptstadt Leipzig Radfahren wird beliebter: Mehr Radwege in Sachsen gefragt

Immer mehr Menschen fahren nicht nur in der Freizeit Rad. Sie nutzen es auch für den Weg zur Arbeit. Viele Firmen haben sich darauf eingestellt. Doch der Bau von Radwegen hält nicht Schritt.

(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Morgens auf dem Weg zur Arbeit in die Pedalen treten: Laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Sachsen richten sich viele Unternehmen auf radelnde Mitarbeiter ein. Sie sorgen für Abstellmöglichkeiten und Umkleideräume. In den Verwaltungen erledigen die Mitarbeiter ihre Wege gern mit dem Rad, ergab eine dpa-Umfrage bei Betrieben und in Rathäusern. Rolf Leonhardt vom Vorstand des ADFC beklagt jedoch, dass der Bau von Radwegen in Städten zu langsam vorankommt. Laut Städte- und Gemeindetag liegt das an langen und komplizierten Planungsverfahren.

Laut Statistischem Landesamt ist die Zahl der Haushalte mit Fahrrad in Sachsen in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. 2013 hatten mehr als drei Viertel (77,3 Prozent) mindestens eins. Das waren fast genau so viele wie Haushalte mit Auto (77,7 Prozent). Neue Zahlen werden erst 2018 erhoben.

Die beiden Dresdner Mikroelektronik-Unternehmen Infineon und Globalfoundries gelten in Sachen Fahrrad als vorbildlich. Laut Leonhardt können sich fahrradfreundliche Unternehmen künftig zertifizieren lassen.

Bei Infineon kommen laut Sprecher Christoph Schumacher etwa 10 Prozent der fast 2260 Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit. „Tendenz steigend.“ Die Zahl der Stellplätze am Parkdeck sei deshalb um 65 auf 607 aufgestockt worden. Die Radler können sich duschen und umziehen, für die Kleidung gibt es Trockenschränke und für die Elektrofahrräder Ladeboxen.

„Wir haben eine sehr aktive und große Biker-Gruppe“, sagt Katrin Raths, eine Sprecherin von Globalfoundries. Es gibt 600 meist überdachte Fahrradstellplätze sowie rund 600 abschließbare Spinde für Helme und Sportsachen, Umkleideräume und Duschen.

In Dresden soll am Hauptbahnhof ein Radparkhaus mit rund 1000 Stellanlagen gebaut werden – das erste in Sachsen. Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltungen in Dresden, Leipzig und Chemnitz und auch der Ministerien der Regierung sind in den vergangenen Jahren viele Dienstfahrräder angeschafft worden. „Diese werden gut genutzt“, sagt eine Sprecherin im Dresdner Rathaus. Dort gibt es seit 2016 auch ein Lasten-Elektrofahrrad.

Sachsens Fahrradhauptstadt heißt Leipzig

Die Chemnitzer Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben 14 Räder. Zum Bestand gehören auch zwei Elektro-Räder. In der Leipziger Verwaltung sind gar mehr als 100 Diensträder vorhanden, davon 3 Elektro-Räder sowie 1 Lastenrad. Die staatliche Verwaltung hat laut Innenministerium rund 420 Fahrräder, 7 Lastfahrräder und 21 Elektro-Räder.

Fahrrad-Hauptstadt Sachsens ist laut Leonhardt Leipzig. Der Anteil des Rads am Gesamtverkehr sei dort 17 Prozent vergleichsweise hoch. Er kritisiert, dass der Radwege-Ausbau vor allem in den Kommunen zu langsam voran komme. So habe die Regierung die Mittel für den kommunalen Radwegebau seit 2014 zwar deutlich erhöht. Davon werde jedoch nur ein Bruchteil in Anspruch genommen.

Der Verkehrexpertin der Grünen im Landtag, Katja Meier, zufolge sind 2014 61 Prozent, 2015 sogar 69 Prozent und 2016 wieder 64 Prozent der Mittel für Radwege verfallen.

Aus Sicht des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG) sind die Planungs- und Bauverfahren für Radwege zu lang und kompliziert. „Wir sind deshalb für eine Vereinfachung des Planungsrechtes“, sagt SSG-Geschäftsführer Mischa Woitscheck.

Radwege müssten die gleichen Verfahren durchlaufen wie Straßen, bestätigt das Verkehrsministerium. Daran habe auch die von allen anerkannte Umweltfreundlichkeit des Radverkehrs nichts geändert.

LVZ

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