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Radfahrer leben gefährlich - auch durch eigene Schuld

Radfahrer leben gefährlich - auch durch eigene Schuld

Radfahrer auf Sachsens Straßen leben trotz leicht sinkender Unfallzahlen gefährlich. Nach Angaben des Innenministeriums verunglückten im Freistaat von Januar bis April 527 Radler.

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2010 verunglückten bereits in den ersten vier Monaten 527 Radfahrer auf sächsischen Straßen.

Quelle: André Kempner

Dresden. Vier kamen dabei ums Leben, 127 verletzten sich schwer. Im gleichen Zeitraum 2009 gerieten 761 Pedalritter in Karambolagen. Fünf von ihnen starben, es gab 217 Schwerverletzte. Oft beschwören Leichtsinnigkeiten der Radler Gefahren im Straßenverkehr herauf. Dazu gehören das Fahren bei „Rot“, falsches Abbiegen und oft ist das Rad technisch in keinem guten Zustand. Mehr Kontrollen sollen Besserung bringen, ergab eine dpa-Umfrage.

Ein krasses Beispiel liefert Dresden. Zwischen 2001 und 2009 hat sich in der Landeshauptstadt die Zahl der Unfälle mit Radlern fast verdoppelt - von 683 auf 1280. Die Polizei tritt nun selbst in die Pedale, um aufzuklären und vorzubeugen. Seit einem Jahr sind Beamte per Drahtesel auf den 13 gefährlichsten Routen der Stadt unterwegs und suchen das Gespräch von Radfahrer zu Radfahrer. Bis Ende vergangenen Jahres verhängten sie zudem 538 Verwarn- und 88 Bußgelder - vor allem wegen missachteter roter Ampeln. Mehr Rad-Kontrollen gingen nicht, sagte Polizei-Sprecher Thomas Geithner. „Dafür haben wir nicht genug Leute.“

Fahren auf Gehwegen, Einkaufstasche am Lenker, Abbiegen, ohne es anzuzeigen, kein Licht am Rad - immer öfter erzählten die Polizisten von solchen „Unsitten“, berichtete der Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Uwe Horbaschk. „Das Unrechtsbewusstsein ist in diesen Dingen bei den Betroffenen nicht sehr ausgeprägt.“ An knapp fünf Prozent aller Unfälle in seinem Bereich waren Radfahrer beteiligt, mehr als die Hälfte von ihnen waren die Unfallverursacher. Zumeist führten Vorfahrtsfehler zum Crash. Vor allem in Görlitz, Hoyerswerda und Weißwasser werde verstärkt kontrolliert, sagte Horbaschk. „Das sind ausgesprochene Radfahrer-Städte.“

In Leipzig protokollierten die Beamten für 2009, dass an etwa sieben Prozent aller Unfälle Radfahrer beteiligt waren. In rund zwei Drittel der Fälle waren die Biker haupt- oder mitschuldig. Fahren bei „Rot“, in der falschen Richtung auf Radwegen oder Telefonieren bei der Fahrt waren die Hauptsünden. „Oft resultieren aus der unberechenbaren Fahrweise der Radler Gefahren“, sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Worauf die Pedalritter besonders achten sollten: In Leipzig krachten im Vorjahr 50 Fahrer gegen offenstehende Autotüren.

In der ländlichen Gegend um die Messestadt bereiten die Radfahrer weniger Sorgen. „Diese sind für uns kein Schwerpunkt“, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Westsachsen, Ilka Peter. Die Radler fielen vor allem durch Fahren auf der falschen Straßenseite auf - oder wenn diese etwas zu tief in Glas geguckt hätten. Im Bereich Chemnitz-Erzgebirge ist den Beamten vor allem der schlechte technische Zustand vieler Räder aufgefallen. Zuletzt wurde im vergangenen Mai verschärft kontrolliert. Von 1034 Velos hatten 487 Mängel. Zumeist fehlte die Beleuchtung völlig, oder sie war defekt.

Ralf Hübner, dpa

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