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Reiner Helwig zeigt in Reinhardtsgrimma filigran nachgebildete Pilze in 700 Arten

Reiner Helwig zeigt in Reinhardtsgrimma filigran nachgebildete Pilze in 700 Arten

Seit seiner Jugend beschäftigt sich Reiner Helwig mit Pilzen. Mit 20 Jahren absolvierte er die Pilzberater-Prüfung und gibt seitdem Pilzsammlern fachkundig Auskunft.

Reinhardtsgrimma. Doch damit nicht genug. 1983 begann der gelernte Kfz-Klempner und Elektrogerätebauer zu Anschauungszwecken Pilzmodelle anzufertigen. Mittlerweile hat er über 700 Arten aus einer „speziellen gipsähnlichen Mischung", Draht, Spänen, Holz, Sand, Bauschaum und anderen Materialien naturgetreu nachgebildet.

Vor Jahren noch tingelte der passionierte Pilzsammler mit seiner einzigartigen Schau durch die Region. Teile seiner Ausstellung wurden immer wieder von Pilzberater-Kollegen in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich ausgestellt. Doch nun hat das Pilzkunde-Museum ein festes Domizil gefunden: im Obergeschoss des „Erbgerichtes" in Reinhardtsgrimma. Von Anfang April bis Ende November kann man Helwigs Pilze - insgesamt 3500 Stück in 700 Arten - jeden Sonnabend und Sonntag ohne Voranmeldung bestaunen. Dazu zeigt er 3200 von ihm geschossene Fotos echter Pilze in der Natur und er hat - zumeist handschriftlich - Wissenswertes zum Thema zusammengetragen. Des Weiteren gibt es einen „Frischpilzraum", in dem Helwig selbst gesammelte Pilze zur Schau stellt. 3500 Besucher haben die Pilzausstellung gesehen. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Schulklassen für unser Museum interessieren würden", findet Gerhard Falz. Der ehemalige Baumschulbesitzer aus Reinhardtsgrimma ist im Vorstand des Vereins Kulturzentrum Erbgericht Reinhardtsgrimma e.V. Der hat das Erbgericht vorm Abriss bewahrt, 2004 für einen Euro vom Konsum gekauft und mit Hilfe von großzügigen materiellen und finanziellen Spenden Stück für Stück saniert. Falz schätzt, dass mittlerweile zwischen 85 000 und 90 000 Euro in das „Erbgericht" geflossen sind.

Der Verein sei sehr dankbar für die vielen Hilfen u.a. durch Handwerker und Gewerbetreibende und auch die Zuwendungen der Nachkommen des einstigen Reinhardtsgrimmaer Schlossbesitzers Georg Conrad Ruschenbusch. „Etwa 20 Ruschenbusch-Familienmitglieder sind Mitglied in unserem Verein", erzählt Falz. Unterstützung ist auch weiterhin nötig, denn in den beiden Sälen muss die Elektrik noch überholt werden. Im Saal im Obergeschoss der Fußboden. Auch die Außenanlagen und Teile der Fassade sind noch nicht fertig. Trotzdem: Die Reinhardtsgrimmaer können seit geraumer Zeit ihr Erbgericht wieder nutzen und haben einen zentralen Treffpunkt im Ort. „Denn zeitweise gab es nichts dergleichen", weiß Vereinsmitglied Falz. Seit einem Jahr bietet das Erbgericht nun neben dem Pilzmuseum im Obergeschoss einen kleinen Laden mit Waren des täglichen Bedarfes im Erdgeschoss sowie seit 1. Mai dieses Jahres ein kleines Café. Das betreiben Marlene Parth und ihre Mutter Kornelia Matzker. Des Weiteren finden in den Sälen Veranstaltungen statt. Diese können zudem für Familienfeiern gemietet werden.

Pilzmuseum im Erbgericht in Reinhardtsgrimma: Anfang April bis Ende November Sa./So. und an Feiertagen 10-17 Uhr, sonst auf Anmeldung unter Tel.: 0152 02 07 09 15; Eintritt: 2,50 Euro für Erwachsene, Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen 1,50 Euro; das Café im Erdgeschoss hat wie der Einkaufsladen Mo-Fr 9-17 Uhr geöffnet, außerdem sonntags 14-17 Uhr

Catrin Steinbach

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