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Richtfunk statt Glasfaserkabel: Leisniger Unternehmen bietet DSL für Dörfer

Richtfunk statt Glasfaserkabel: Leisniger Unternehmen bietet DSL für Dörfer

Der schnelle und leistungsfähige Zugang ins Internet ist vor allem für Geschäftsleute, Ärzte und Freiberufler wichtig. Im ländlichen Raum jedoch ist DSL vielerorts noch nicht verfügbar.

Grimma. Ein mittelsächsisches Unternehmen hilft den Kommunen, diesen Missstand zu beseitigen.

Der Name beschreibt ihr Programm: Die Drahtlos DSL GmbH Mittelsachsen versorgt vor allem kleine Orte in Westsachsen mit dem schnellen Zugang zum World Wide Web. Vor zwei Jahren gegründet hat das Unternehmen schon mehr als zwei Dutzend Dörfern zwischen Püchau, Nossen und Langenleuba-Oberhain per Richtfunk für DSL erreichbar gemacht. Aktuell gibt es Pläne für Narsdorf und für einige Ortsteile von Machern und Frohburg.

Jung ist nicht nur die Firma. Christian Riegert, 23, studiert Medientechnik. Carsten Weigel, der 27-jährige Geschäftsführer, wurde bei Siemens zum IT-Systemelektroniker ausgebildet. Beide stammen aus dem Grimmaer Ortsteil Großbardau. Sie und vier weitere Mitstreiter bilden das Team der Drahtlos DSL GmbH Mittelsachsen mit Sitz in Leisnig.

"Am Anfang stand das Problem:Wir wollten in Großbardau DSL, aber es ging kein Weg rein", blickt Weigel zweieinhalb Jahre zurück. Zufrieden geben wollte er sich mit dem Mangel nicht, denn: "Die Abdeckung mit Breitband ist im Grunde so wichtig wie die Versorgung mit Strom und Wasser." Als Alternative zum Glasfaserkabel in jedes Haus entdeckten Weigel und Riegert den Richtfunk: Von einem leistungsfähigen Glasfaser-Anschluss aus werden Breitband und Telefonie zu einem Ortsverteiler und von dort zu jedem Haushalt, der sich anschließen will weitergeleitet. "Die aufwändige Kabelverlegung entfällt, und weil wir höhere Gebäude, Wassertürme oder Windräder für unsere Antennen nutzen, brauchen wir auch keine riesigen Masten", erklärt Carsten Weigel. Zuerst brachten die Jungunternehmer 2008 Großbardau und den umliegenden Orten auf dieses Weise DSL-Anschlüsse. Vom Firmensitz Leisnig wurden muldeabwärts mehrere Dörfer erschlossen. Vor allem aber wurde ein Hauptnetz aufgebaut, das auf Zuwachs ausgelegt ist. Aus dem Erfolg ergaben sich weitere Projekte, in West- und Mittelsachsen vor allem, aber auch im Raum Gera und im Kyffhäuserkreis.

In Nauenhain und Tautenhain war es die Initiative von Einwohnern um Ortsvorsteher Ronald Dietze, die sich beim Branchen-Riesen Telekom lange vergeblich um DSL bemühten. Das Unternehmen Drahtlos DSL installierte auf den Windrädern auf der Höhe zwischen beiden Dörfern einen Verteilpunkt. Von dort gelangen die Signale ins Tal. Dietze: "Das funktioniert einwandfrei. Wir sind begeistert." Carsten Weigel und seine Mitstreiter sind oft in Kommunen unterwegs, um ihr Lösungsmodell vorzustellen. In den nächsten fünf Jahren wolle man das Netz noch engmaschiger knüpfen, parallel dazu die Bandbreite schrittweise erhöhen. Verschiedene Technologien und Hybridlösungen spielten dabei eine große Rolle. Zurzeit wird maximal 4000er DSL angeboten, DSL30000 sei das Ziel, so der Geschäftsführer: "Vor allem die Wirtschaft auf dem Land braucht diese schnellen Internetverbindungen. Aber auch die privaten Haushalte wollen darauf nicht mehr verzichten."

Ekkehard Schulreich

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