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Riesiger Kältepol in Sibirien: Droht uns jetzt doch der Eiswinter?

Überraschende Wende bei Winterprognose Riesiger Kältepol in Sibirien: Droht uns jetzt doch der Eiswinter?

Überraschende Wende bei der Winterprognose: Statt dem bisher vorhergesagten Mildwinter mit deutlich zu hohen Durchschnittstemperaturen könnte es nun doch eisig werden. Schuld am Meinungsumschwung der Experten hat ein riesiger Kältepol, der in den vergangenen Tagen in Sibirien entstanden ist – er könnte Folgen für uns haben.

Minus 25 Grad und mehr: Der Kältepol über Sibirien ist riesig und hat sich ungewohnt früh aufgebaut. Gelangt die kalte Luft auch nach Mitteleuropa, dann könnte die sibirische Kältepeitsche auch bei uns zuschlagen.

Quelle: Grafik: wetter.net

Leipzig/Wiesbaden. Droht uns nun doch ein Eiswinter? Der bisher vorhergesagte milde Winter jedenfalls scheint schon Schnee von gestern zu sein. Die erfahrenen Experten des amerikanischen Wetterdienstes NOAA, auf deren Prognose viele hiesige Meteorologen zurückgreifen, haben jetzt überraschend deutlich ihren Langfrist-Wettertrend korrigiert. „Die Kollegen aus den USA haben ihre Mildwinter-Prognose spürbar zurückgerechnet. Der Winter soll demnach in Deutschland nur noch um ein Grad wärmer als im langjährigen Mittel ausfallen“, bestätigt der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net den plötzlichen Wandel.

Rolle rückwärts: Dezember wird gefühlt zu kalt

Besonders auffällig ist die Korrektur beim aktuellen Trend für den Dezember. Der Advent-Monat sollte vor einigen Wochen noch bis zu 2 Grad wärmer werden. Aktuell kommen die Berechnungen des US-Klimamodells auf einen völlig durchschnittlichen Dezember. „Gefühlt könnte das bei vielen Menschen wie ein eher zu kalter Monat ankommen. Die Klimamodelle haben sich für den Dezember ziemlich gewandelt“, merkt Jung an.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit reagiert der Klimatrend von NOAA damit auf die ungewöhnlich strenge Kälte, die bereits jetzt Sibirien fest im Griff hat. Dort hat sich bereits seit Wochen ein riesiges Kältepolster aufgebaut: Für die Jahreszeit ist es dort viel zu frostig. Selbst in den letzten Wintern war es dort oft nicht so kalt gewesen wie das aktuell der Fall ist.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat inzwischen reagiert. Die bisherige Mildwinter-Prognose wurde geändert. Jetzt halten die DWD-Experten einen kälteren Winter für am wahrscheinlichsten.

Wann schlägt die sibirische Kältepeitsche in Deutschland zu?

„In Sibirien werden in den nächsten Tagen Werte zwischen minus 25 und minus 30 Grad erwartet. Das ist für Mitte November wirklich sehr ungewöhnlich“, erklärt Wetterexperte Jung. Dabei sollte noch vor ein paar Wochen laut US-Prognose auch nahezu ganz Russland und Sibirien einen deutlich zu warmen Winter bekommen. „Das sieht nun tatsächlich nach einer Rolle rückwärts bei den Klimamodellen aus“ kommentiert Wettermann Jung.

Wann schlägt die sibirische Kältepeitsche in Deutschland zu? „Das kann man derzeit nicht abschätzen“, sagt der wetter.net-Experte. Bisher ist der Dauerfrost bis nach Russland vorgerückt. Dort ist die Kältefront derzeit zwar zum Stillstand gekommen. „Das angesammelte Kältepolster ist allerdings enorm und scheint sich immer weiter aufzublähen. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit bis es zu uns nach Deutschland rauscht.“ Zuletzt hatte im Winter 2012 die sogenannte Kältepeitsche aus Sibirien auch in Mitteleuropa für eisige Temperaturen gesorgt.

Schon 22 Zentimeter Schnee auf dem Brocken

In Sachsen und Thüringen jedenfalls sehnen Hoteliers und Liftbetreiber in den Wintersport-Orten nach mehreren lauen, grünen Wintern eine schneereiche Saison herbei.Um bis zu 90 Prozent brachen die Umsätze allein in der letzten, viel zu milden Saison ein. Die ersten Schneefälle machen jetzt aber Hoffnung auf Besserung: Im Harz fielen schon bis zu zehn Zentimeter, in Thüringen meldeten Gebiete bis zu acht Zentimeter Neuschnee. Auf der Schmücke im Thüringer Wald wurden 16 Zentimeter gemessen, auf dem Brocken im Harz 22 Zentimeter.

Allerdings bleibt es zunächst bei diesen Wintervorboten. Nach einem insgesamt recht sonnigen Wochenende mit deutlichen Nachtfrösten wird es in der nächsten Woche wieder nasskalt mit Temperaturen bis zu zehn Grad. Im letzten Novemberdrittel ist nach jetzigem Stand die Prognose weit auseinander – von sibirischem Kaltlufteinbruch bis lauwarmen Regen scheint alles möglich.

Von Olaf Majer

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