Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Rund 12.000 Besucher bestaunen zischende Dampfloks beim 3. Dresdner Dampfloktreffen

Rund 12.000 Besucher bestaunen zischende Dampfloks beim 3. Dresdner Dampfloktreffen

Dresden. Mit dem weltweit ersten wettbewerbsmäßig durchgeführten Schleppen einer Dampflok wird das 3. Dresdner Dampfloktreffen in die Analen eingehen.

Der von der IG Bw Dresden-Altstadt e. V. ergangene Aufruf hatte zum Ziel, dem Dampfloktreffen einen weiteren Anziehungspunkt zu geben und zugleich Geld in die Spendenkasse zu Gunsten von 89 6009, der instandsetzungsbedürftigen Dresdner Dampfloklady zu bringen.

Über 11 000 Besucher folgten dem Ruf auf die Zwickauer Straße. Sie machten das Treffen bei strahlendem Frühlingswetter zu einem großartigen Erlebnis für alle großen und kleinen Eisenbahnfreunde. Zeitweilig nahm es Dank der zahlreich angereisten Familien Volksfestcharakter an. „Wir sind mit Verlauf und Ergebnis des Treffens sehr zufrieden, es hat Alles bestens geklappt.“, zog IG-Vorsitzender J. Baumgärtel seine Bilanz. „Im Bereich des Eisenbahnmuseums sind wir damit aber auch an unsere platzmäßigen Grenzen gestoßen.“, fügt er bedauernd hinzu.

Reserven sieht Baumgärtel nur im Depotbereich des Verkehrsmuseums. Hier gab es in diesem Jahr Einschränkungen wegen der Winterschäden am Dach. Mit 38 Fahrzeugen aller Gattungen, davon neun vor Sonderzügen gespannten oder zum Mitfahren für die Besucher auf den Museumsgleisen eingesetzten Dampflokomotiven, konnten alle Erwartungen der selbst aus den USA angereisten Gäste erfüllt werden.

Das besondere Besucherinteresse galt der ebenso schmucken wie schnellen 18 201 aus dem nahen Nossen sowie der Güterzuglokomotive 44 2546 aus dem fernen Bayrischen Eisenbahnmuseum Nördlingen. Letztere konnte beim „Volldampf über den Tharandter Berg“ ihre Bärenkräfte eindrucksvoll demonstrieren. Als ganz außerhalb des Festprogramms ein Güterzug mit „Vorspanne“ und Schiebelok und tollem Auspuff aus Schornstein und Zylinderhähnen am Gelände des ehemaligen Bw Dresden-Altstadt vorbei in Richtung Freital donnerte, gab es Allseits nur noch blankes Staunen.

Wenn die Dampfrösser zum Ausschlacken sowie zum Wasser,- Kohle- und Sandfassen anrückten, war der Dampflokzauber perfekt. Dann wurden auch Hartgesottenen die Knie weich. Der Blick zur abendlichen Stunde, ganz kostenlos gewährt, von der Höhe der Nossener Brücke hinein ins Bw-Gelände zur großen Lokparade ist atmosphärisch dicht und kaum zu überbieten.

Als Publikumsrenner erwies sich erneut die Präsentation der schwarzen Gesellen bei deren fotogener Volldrehung diesmal gleich auf zwei Scheiben, ebenfalls ein deutschlandweit beispielloses Angebot. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, wenn die aus etwa 15 Männern und Frauen bestehenden Teams zum Wettziehen der 89 6009 antraten. Neben acht deutschen Teams traten je ein Team aus England und aus Russland an.

Den Sieger aber stellten die Dresdner, die als„Lausitzer Granitschädel“ auftretenden Streiter vom Gartenbahnzentrum. Über die Startgelder kamen 500 Euro in die Spendenkasse zur Abdeckung der rund 150.000 Euro kostenden Kesselrevision. Die DB AG war mit zwei interessanten Triebwagen und ihrer modernsten Rangierdiesellokomotive auf dem Treffen dabei. Die 1000 KW starke Rangierlok kommt ganz ohne Rangierer für das An- und Abkuppeln der Waggons aus. Das geschieht diesel-elektrisch. Der Lokführer steigt von der Lok und führt alle Bedienvorgänge über ein tragbares Tableau aus. Die Lok ist seit Januar in Riesa und Gröditz im Einsatz.

Sehr zufrieden mit der Resonanz bei Schülern, Studenten, Absolventen waren die an der Jobbörse mitwirkenden mehr als 30 Betriebe und Einrichtungen. Auf dem Dresdner Hauptbahnhof gastierte erstmals der im Schlepp einer Dampflok mit mäßigen 60 Km / h angereiste Ex-Vindobona, der Schnelltriebwagen-Bauart Köln. Seit die Betriebserlaubnis abgelaufen ist, kann der einst 160 Km/h Schnelle nicht mehr mit eigenem Dieselmotor fahren. Aus einem „Schrotthaufen“ ließ der Berliner „Förderverein Diesel-Schnelltriebwagen (SVT) e. V.“ in jahrelanger Arbeit ein sehenswertes Stück deutscher Eisenbahngeschichte wieder entstehen.

Peter Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr