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Rund 1500 Menschen protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz

Rund 1500 Menschen protestieren gegen Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz

„Friedenstag“ mit Polizei-Großaufgebot: Am 65. Jahrestag der Zerstörung der Chemnitzer Innenstadt durch alliierte Bomberverbände haben rund 1500 Menschen friedlich gegen den Missbrauch des Datums durch Rechtsextremisten protestiert.

Chemnitz. Anders als in Dresden, wo vor drei Wochen Blockaden auf der Demonstrationsroute den sogenannten Trauermarsch von 6400 Neonazis verhindert hatten, ließ die Polizei die Rechtsextremisten in Chemnitz marschieren. Beobachter sprachen von 400 bis 600 Teilnehmern. Die Polizei nahm 13 Personen, darunter zwei Rechtsextremisten, in gewahrsam, weil sie Platzverweisen nicht nachkamen.   

Der 5. März wird in Chemnitz seit 2002 mit zahlreichen Veranstaltungen als „Friedenstag“ begangen - in Erinnerung an das folgenschwerste Bombardement auf die Stadt durch die Luftwaffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Dabei kamen in der Nacht zum 6. März 1945 mehr als 2100 Menschen ums Leben, weite Teile der Innenstadt wurden zerstört. In den vergangenen Jahren kam es verstärkt zur Vereinnahmung des Jahrestags durch Rechtsextreme, so viele wie diesmal waren indes noch nie in Chemnitz aufmarschiert.

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Chemnitz. „Friedenstag“ mit Polizei-Großaufgebot: Am 65. Jahrestag der Zerstörung der Chemnitzer Innenstadt durch alliierte Bomberverbände haben rund 1500 Menschen friedlich gegen den Missbrauch des Datums durch Rechtsextremisten protestiert. Anders als in Dresden, wo vor drei Wochen Blockaden den sogenannten Trauermarsch von 6400 Neonazis verhindert hatten, ließ die Polizei die Rechtsextremisten marschieren.

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Ein von Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) angeführtes, parteiübergreifendes Bündnis hatte zum Protest unter dem Motto „Kein Platz für Nazis“ aufgerufen. Am Rande der traditionellen Kranzniederlegung am Mahnmal für die Bombenopfer auf dem städtischen Friedhof sagte Ludwig: „Das Schlimmste, was den Opfern passieren kann, ist, dass sie von Nazis missbraucht werden.“ Bei der Demonstration gegen den NPD-Trauermarsch rief Ludwig am Abend gemeinsam mit anderen „Nazis raus“.

In der vergangenen Woche war Chemnitz vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, den von der NPD angemeldeten Trauermarsch zu verbieten. Dafür setzte die Stadt unter Verweis auf zahlreiche angemeldete Gegenveranstaltungen eine dezentrale Ausweichroute für die Neonazis durch. Diese war von der Polizei frühzeitig freigehalten worden. Sie war am Freitag mit einem Großaufgebot im Einsatz. Unterstützung erhielten die Beamten aus Sachsen von der Bundespolizei sowie von Bereitschaftspolizisten aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein- Westfalen.   

In Erinnerung an die Zerstörung von Chemnitz vor 65 Jahren waren am Abend alle Kirchen der Stadt zum „Gedenkgeläut“ erklungen. Ebenfalls traditionell wurde zuvor der undotierte „Chemnitzer Friedenspreis“ vergeben. Er ging in diesem Jahr an die Evangelisch- Lutherische Stiftsgemeinde Chemnitz-Ebersdorf. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit dem Engagement der Christen gegen die Vereinnahmung des örtlichen Kriegerdenkmals durch Neonazis. Zu den weiteren Veranstaltungen am „Friedenstag“ gehörte auch das Aufstellen eines begehbaren Kreuzes in der Innenstadt. Darin konnten die Chemnitzer bis zum Abend ihre „Friedenswünsche“ hinterlassen.

dpa

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