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Sachsen: Ausländer sollen schneller mit Arbeit beginnen können

Sachsen: Ausländer sollen schneller mit Arbeit beginnen können

Der Weg von Nicht-EU-Bürgern auf den deutschen Arbeitsmarkt ist steinig, oft endet er in der bürokratischen Sackgasse.Fall 1: Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) unterschreibt in Moskau einen Vertrag, damit 80 russische Ingenieure im Dresdner Werk des Luftfahrtkonzerns EADS arbeiten können.

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Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU).

Quelle: Sächsisches Staatsministerium des Inneren

Dresden. en. Sie stellen bei der Deutschen Botschaft einen Antrag zum Aufenthalt in Deutschland.

Von der Ausländerbehörde Dresden erhalten sie die Zusage für sich selbst und zugleich eine Absage für ihre Ehefrauen. Denn der „Nachzug" von Ehefrauen ist daran gekoppelt, dass sie bereits in ihrem Herkunftsland Deutschkenntnisse erwerben. Die russischen Frauen haben dennoch Glück - für sie gibt es am Ende eine Ausnahmeregelung.

Fall 2: Ein ausländischer Student an einer sächsischen Hochschule gründet nebenbei ein Softwareunternehmen. Es floriert, der Mann kann sich schon bald selbst ernähren. Spätestens an diesem Punkt fragt die Ausländerbehörde nach dem Zweck des Aufenthaltes: Student oder Unternehmer?

Will er Student bleiben, muss er das Unternehmen schließen. Will er dagegen Geschäftsmann sein, muss er sein Studium an den Nagel hängen, in sein Heimatland reisen, ein Visum beantragen und darf erst nach erfolgreichem Visumverfahren wieder einreisen, um sein Geschäft weiterzuführen.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat viele solcher Beispiele auf Lager. Als er am Montag den Chiphersteller Globalfoundries in Dresden besucht, rennt er mit seiner Forderungen nach einem besseren Zugang ausländischer Fachleute zum deutschen Arbeitsmarkt offene Türen ein.

„Wir sind ein globales Unternehmen. Auch unsere Konkurrenz ist weltweit tätig", macht Geschäftsführerin Elke Eckstein die Dimension deutlich. Es werde immer schwieriger, den Bedarf an Spezialisten aus dem lokalen Umfeld zu decken.

Deshalb versucht Globalfoundries, auf Jobbörsen im Ausland Mitarbeiter zu gewinnen und Studenten direkt von den Hochschulen weg zu engagieren. Auch die rund 200 offenen Stellen in Dresden sind via Internet weltweit ausgeschrieben. Doch Bewerber aus dem Ausland haben allerlei Hürden zu überspringen, bevor sie bei einer Firma wie Globalfoundries landen. Eckstein hofft darauf, dass die Bemühungen des Freistaates wenigstens zu einer „Halbierung der Bürokratie" führen.

Bereits im April hatte Sachsen eine Bundesratsinitiative eingebracht, die gut ausgebildeten Fachleuten aus dem Ausland die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland leichter machen soll. Unter dem Slogan „Klugen Köpfen Türen öffnen" ist der Freistaat nun bundesweit auf Werbetour.

Während Wirtschaftsexperten die Vorschläge begrüßen, muss Ulbig gerade bei Ressortkollegen aus dem Inneren harte Bretter bohren. „Ohne Fachkräfte aus dem Ausland werden wir die Herausforderungen nicht meistern", sagt Ulbig. Schon 2014 würden mehr Sachsen in Rente gehen als junge Leute auf den Arbeitsmarkt drängen.

Deshalb macht Sachsen Tempo und wartet nicht erst Gesetzesnovellen von oben ab. „Wir müssen den Leuten sagen: Ihr habt in Deutschland eine Perspektive". Was man selbst regeln kann, will der Freistaat nun selbst in die Hand nehmen. Ein Pilotprojekt der Ausländerbehörden in Dresden und Freiberg hat zum Ziel, dass Fachleute aus Drittstaaten künftig binnen vier Wochen ihre Arbeit hier aufnehmen können. Auch Familienangehörige sind eingeschlossen. Am 1. September soll das Projekt beginnen. Vier Wochen später könnten die ersten Neu-Sachsen zur Arbeit bei Globalfoundries oder anderswo antreten.

dpa

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