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Sachsen bleibt unattraktiv für osteuropäische Arbeitnehmer

Sachsen bleibt unattraktiv für osteuropäische Arbeitnehmer

Vor acht Monaten sind die letzten Hürden für polnische und tschechische Arbeitnehmer in Deutschland gefallen. Die Freizügigkeit für die osteuropäischen Nachbarn hatten indes kaum Auswirkungen auf den sächsischen Arbeitsmarkt - und daran dürfte sich auch 2012 nichts ändern.

Chemnitz. „Seit Mai haben zusätzlich 1400 Arbeitnehmer aus den betroffenen EU-Staaten eine Beschäftigung in Sachsen aufgenommen. Ich rechne auch für das nächste Jahr mit keinem höheren Zustrom“, sagte Sachsens Regionaldirektionschefin der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, der Nachrichtenagentur dpa in Chemnitz.

Die meisten Interessenten kommen laut Cordt aus Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn. Zur Begründung für den insgesamt eher zurückhaltenden Andrang verwies sie auf ähnliche Arbeitsmarktbedingungen in der Heimat. „Diese Länder haben auch die Hürden der Demografie und des steigenden Fachkräftebedarfs zu meistern. Dazu kommt, dass wir in Sachsen, im Vergleich zu anderen Bundesländern, ein geringeres Lohnniveau haben.“

Mit dem im Jahr 2010 im Durchschnitt bei 1955 Euro brutto liegenden Monatsverdienst liegt Sachsen von allen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen an drittletzter Stelle. „Da überlegen sich Arbeitnehmer aus Polen oder Tschechien schon sehr genau, ob sie in Sachsen arbeiten oder noch etwas weiter fahren, um einen Job in benachbarten Ländern aufzunehmen“, sagte Cordt. Jeder vierte Arbeitnehmer aus Osteuropa, der in der Bundesrepublik eine Arbeit sucht, ist der Statistik zufolge nach Bayern weitergefahren.

Märkte seien geprägt durch Angebot und Nachfrage. „Es ist logisch, dass sich Arbeitnehmer dorthin orientieren, wo mehr bezahlt wird.“ Dies betreffe nicht nur osteuropäische Arbeitnehmer, sondern auch einheimische Pendler. Künftig steigt nicht nur der Bedarf an Fachkräften, sondern überhaupt an Arbeitskräften. Schon für 2014 werde vorhergesagt, dass in Sachsen mehr Menschen aus dem Erwerbsleben austreten, als jungen Frauen und Männer nachrücken.

„Da stehen wir in Konkurrenz mit den alten Bundesländern und den dort finanzstärkeren Arbeitgebern. Das ist eine Herausforderung für Sachsen, der wir uns stellen müssen.“ Etwa 95 Prozent aller sächsischen Betriebe haben weniger als 50 Beschäftigte. Daher können sie nur schwer mithalten. Aber es gebe auch andere Faktoren: „Die Betriebe können sich auf anderen Feldern attraktiv machen - zum Beispiel durch Weiterbildungsangebote oder flexible Arbeitszeitmodelle.“ Mit Hilfe der Kommunen könne etwa die Kinderbetreuung weiter ausgebaut werden. Auch Grundstückspreise, Wohnungsmieten, kulturelle Angebote und Einkaufsmöglichkeiten spielten bei der Wahl des Wohn- und Arbeitsortes wesentliche Rollen.

dpa

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