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Sachsen droht akuter Lehrermangel - überalterte Kollegenschaft und falsche Fächer

Sachsen droht akuter Lehrermangel - überalterte Kollegenschaft und falsche Fächer

Sachsens Kultusministerium hat die lange angemahnte Analyse zum Lehrerbedarf vorgelegt. Die Zahlen belegen die Befürchtungen der Gewerkschaften: Sachsen droht ein akuter Lehrermangel, die Lehrerschaft ist überaltert, Lehramtsstudenten wählen die falschen Fächer.

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Die Klasse 5 der Leibnitzschule wird von Frau Räbinger in Geografie unterrichtet.

Quelle: Dirk Knofe

Dresden. Mit attraktiven Angeboten will das Land jetzigen Abiturienten daher den Lehrerberuf schmackhaft machen. Im Raum stehen weitere pauschale Einstellungsversprechen, sofern sich Studenten die richtigen Fächer suchen und sich für eine Arbeit an Grund-, Mittel- oder Förderschulen entscheiden. Die konkreten Stellenzahlen für die Zukunft sollen 2012 festgelegt und 2015 nochmals überprüft werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nannte die Analyse wertlos. Sie komme viel zu spät, um ordentlich umsteuern zu können. „Vor 10 oder 15 Jahren hätte man auf Grundlage einer solchen Bedarfsanalyse eine seriöse Personalpolitik betreiben können“, sagte GEW-Sprecher Jürgen Thamm der Nachrichtenagentur dpa. Der sich abzeichnende Personalnotstand sei heute aber kaum noch zu regulieren. „Das Ganze ist das Ergebnis einer Vogel-Strauß-Politik der letzten drei Kultusminister.“

Bis 2020 werden etwa 10 700 Pädagogen aus dem Dienst scheiden, die meisten ab 2015, geht aus der seit Donnerstag öffentlichen Analyse hervor. Damit droht vor allem Grund- und Mittelschulen ein Aderlass. Einen weiteren Fingerzeig auf nötigen Nachwuchs gibt auch die Prognose bis 2030. Dann werden 21 000 der jetzt noch 29 000 tätigen Lehrer nicht mehr vor der Klasse stehen, denn das Durchschnittsalter liegt jetzt schon bei 50 Jahren.

Bis 2020 müssen für die Mittelschulen vor allem Lehrer gefunden werden, die Englisch, Mathematik, Deutsch, Französisch als zweite Fremdsprache und das Fach Wirtschaft, Technik, Haushalt/Soziales unterrichten wollen. Laut CDU-Kultusminister Roland Wöller haben Abiturienten, die sich dafür entschieden, die größten Einstellungschancen. Den 8000 Abgängern der Gymnasien wird demnächst ein Brief mit entsprechenden Informationen ins Haus flattern.

Dabei dürfte einige Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Derzeit gibt es 7000 Lehramtsstudenten in Sachsen. 60 Prozent absolvieren ihre Ausbildung, um später am Gymnasium zu unterrichten. Nur jeweils zehn Prozent wollen an die Grundschule oder an die Mittelschule. Hier müsse unbedingt umgesteuert werden, so Minister Wöller. In seinem Papier ist davon die Rede, dass sich die Staatsregierung der Aufgabe stelle, eine „Transformationsdekade“ zu gestalten.

Die GEW griff das mit Blick auf die Regierung auf: „Das Ministerium wird sich von einem Verschleißministerium zu einem sensiblen Pflegeministerium entwickeln müssen“, sagte Thamm. Denn die Prognose treffe nur zu, wenn alle jetzt noch tätigen Lehrer arbeitsfähig blieben. Wenn man sich die Krankenstände und die Dauerausfälle ansieht und auch noch die Altersstruktur betrachtet, wird die Personalsituation noch dramatisch schlechter.“

dpa

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