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Sachsen einigt sich mit den Wettinern: Vergleich über knapp 6 Millionen Euro

Sachsen einigt sich mit den Wettinern: Vergleich über knapp 6 Millionen Euro

Das Ende einer mehr als anderthalb Jahrzehnte währenden Auseinandersetzung steht bevor. Heute will der Freistaat mit den Vertretern des Adelshauses Wettin einen Vertrag unterzeichnen, der die Rückgabeforderungen der Erben des sächsischen Königshauses endgültig regeln soll.

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Quelle: dpa

Dresden. Nach DNN-Informationen erhalten die Wettiner eine Summe von 4,825 Millionen Euro, dazu kommt die Rückgabe von rund 1300 Büchern und Handschriften, die als Doubletten gelten, sowie von elf weiteren Objekten aus den Depots der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), die als verzichtbar eingestuft werden. Sachsen bestand wohl darauf, den Wettinern diese Gegenstände zurückzugeben. Deren gesammelter Wert wird auf 1,151 Millionen Euro beziffert. Damit beläuft sich die Gesamtsumme des Vergleichs auf knapp sechs Millionen Euro.

Verhandelt wurde über rund 10 000 Objekte: meistens Bücher, aber auch Gemälde, Möbel, Skulpturen und Pretiosen. Bei mehr als 8000 davon wurde eine wettinische Provenienz anerkannt.

„Der Vertrag enthält eine Erledigungsklausel und keine Öffnungsklausel“, sagte Wettiner-Anwalt Gerhard Brand gestern den DNN. Damit seien alle gegenseitigen Ansprüche abschließend geklärt und „nach vielen Jahren Rechtsfrieden für beide Seiten“ hergestellt. Lediglich ein Bereich bleibe offen: die sogenannte Beutekunst. Es habe zwar eine lange Zeit gedauert, „aber wir haben zueinander gefunden“, beschrieb er das Finale der Verhandlungen.

Wie schon bei dem Vergleich im Streitpunkt der Porzellane, der im Februar 2011 geschlossen wurde und Sachsen damals 4,2 Millionen Euro kostete, gab es die sogenannte sächsische Lösung, sagte Brand. Das heißt, die betroffenen Stücke verbleiben (selbstredend mit Ausnahme der Rückgaben) allesamt in sächsischen Institutionen wie zum Beispiel der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek.

Der Haushaltausschuss des Landtages wurde vom Finanzministerium über die anstehende Transaktion informiert. Nach DNN-Informationen soll das Geld zwei Wochen nach Unterzeichnung des Vertrages aus Mitteln des laufenden Haushaltes gezahlt werden.

Die Auseinandersetzungen des Freistaates mit dem Haus Wettin begannen in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. 1999 mündete der juristische Streit in einer ersten Einigung. Die Wettiner erhielten rund 18 000 Kunstgegenstände zurück, von denen Sachsen etwa zwei Drittel zurückkaufte. Weil nicht auszuschließen war, dass sich weitere wettinische Objekte in den sächsischen Museen finden, enthielt der damalige Vertrag eine Öffnungsklausel.

2006 folgte die erste Rückgabe von Porzellanen an das Adelshaus, die sofort in London bei Christie’s versteigert wurden und 4,2 Millionen Euro einbrachten. Für die nun in Wettinerhand zurückkehrenden Doubletten kündigte Brand an, dass sie ebenfalls verkauft werden sollen.

Torsten Klaus

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