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Sachsen feiert in Dresden Deutsche Einheit und Freistaat-Gründung

Sachsen feiert in Dresden Deutsche Einheit und Freistaat-Gründung

20 Jahre Deutsche Einheit, 20 Jahre Freistaat: Die Sachsen haben am Sonntag den 3. Oktober in doppelter Hinsicht gefeiert. „Beide Ereignisse gehören untrennbar zusammen“, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) in einer Feierstunde im Parlament in Dresden.

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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU, li), Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und der Präsident des Sächsischen Landtages, Matthias Rößler (r.) eröffnen das Bürgerfest.

Quelle: dpa

Dresden. Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) mahnte die Bundesrepublik, bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen nicht auf die Umbrucherfahrungen der Ostdeutschen zu verzichten. Rund 45.000 Menschen feierten am Nachmittag beim Bürgerfest von Landtag und Regierung in der sächsischen Landeshauptstadt.

Am Samstag hatten Sachsen, Bayern und Thüringen bereits im fränkischen Coburg gemeinsam der deutschen Wiedervereinigung vor 20 Jahren gedacht. „Es gibt mit Ausnahme der Gesundheit nichts Wichtigeres, als in Frieden und Freiheit leben zu können“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Der Mauerfall und die Deutsche Einheit seien Anlass für Freude und Dankbarkeit. Seehofer würdigte darüber hinaus den „ungeheueren Mut der Menschen, die den Eisernen Vorhang buchstäblich aufgeschnitten haben“.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) betonte: „Erst die Selbstbefreiung der Ostdeutschen hat die Einheit möglich gemacht.“ Nach dem Mauerfall hätten sie einen gewaltigen politischen und wirtschaftlichen Umbruch gemeistert. Tillich bedankte sich bei den Bürgern der alten Bundesländer, die einen Teil ihres Wohlstands aufgegeben hätten, um mit dem Osten zu teilen. „Handeln in Freiheit führt uns zusammen“, sagte Tillich.     

 

„Der 3. Oktober 1990 war ein Triumph der Freiheit. Er ist eines der erfreulichsten Daten der deutschen Geschichte“, sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Coburg. „Wir brauchen einen zweiten Aufbruch, um die wirtschaftliche und soziale Einheit und vor allem die innere Einheit der Deutschen zu vollenden“, mahnte sie zugleich.    

 

Angesichts der bevorstehenden Aufgaben muss aus Sicht von Biedenkopf eine Gesamtbilanz der Entwicklung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gezogen werden. „Die Ostdeutschen haben einen Vorsprung: ihre tiefgreifende Erfahrung mit dem Umbruch und das Gefühl, dass sie diesen gemeistert haben“, meinte der erste Regierungschef Sachsens nach der Neugründung des Landes 1990. „Es wäre ein großer Fehler, das Wissen und Können von Menschen im Osten nicht zu nutzen.“ Tillich sagte bei dem Festakt in Dresden, die Kraft freier Bürger, die ihr Leben und das Schicksal ihres Landes in die eigenen Hände nehmen, machten das vereinte Deutschland zu einer Erfolgsgeschichte.   

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Trabant-Safari in Dresden. 20 Jahre nach der Deutschen Einheit ist die Fahrt mit dem stinkenden Zweitakter eine Touristenattraktion geworden.

Quelle: dpa

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist sicher, dass Ost- West-Themen an Bedeutung verlieren werden. Drei große Themenkomplexe würden aber bleiben: die höhere Arbeitslosigkeit und die mangelnde Finanzkraft der Kommunen im Osten sowie die Angleichung der Rentenberechnung. „Alles andere wird sich in weiteren 20 Jahren erledigt haben“, sagte er nach einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ (Samstag) bei einem Treffen mit Bürgern. Zugleich mahnte er das Engagement des Einzelnen für den Zusammenhalt der Gesellschaft an. Diese könne nicht erwarten, dass sich der Staat um alles kümmert. „Die Demokratie bietet jedem die Chance, selber aktiv zu werden, sich einzubringen.“

Beim Bürgerfest zwischen Landtag und Regierungsviertel in Dresden nutzten allein 12.000 Menschen die Chance zum Blick hinter die Kulissen des Parlaments. Andere schauten sich in der Staatskanzlei Geschenke an, die Regierungsgäste den Ministerpräsidenten bei ihrer Visite mitgebracht hatten. Ausgestellt waren auch Produkte, die in Sachsens Gefängnissen hergestellt werden. „Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei.

Der Freistaat war auch bei der zentralen Einheitsfeier in Bremen und in der kanadischen Partnerprovinz Edmonton präsent. Sachsen gab für das Doppeljubiläum 60.000 Euro aus, das Parlament 40.000 Euro. Die Stadt Dresden ließ sich die Feierlichkeiten 30.000 Euro kosten.

dpa

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