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Sachsen gedenkt NS-Opfer: Absage an Fremdenhass und Rassismus

Sachsen gedenkt NS-Opfer: Absage an Fremdenhass und Rassismus

Sachsen hat am Mittwoch vielerorts an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Bei der zentralen Veranstaltung im Landtag verknüpften Redner das Gedenken mit einer klaren Absage an Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt.

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Die Westsächsischen Kammersolisten während der Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Sächsischen Landtag.

Quelle: dpa

Dresden. Die Bürger müssten allen Versuchen entschieden entgegentreten, die freiheitliche Demokratie durch Radikalisierung politischer Auseinandersetzungen, Fremdenhass und Antisemitismus zu beschädigen, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler. Es dürfe nicht versäumt werden, die Erfahrungen der Geschichte des 20. Jahrhunderts an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.   

„Wir wollen junge Menschen nicht bevormunden. Aber wir müssen ihnen das Wissen mit auf den Weg geben, das sie in die Lage versetzt, ihre eigenen Positionen gegenüber der deutschen Vergangenheit zu finden und ihre eigenen Wertsetzungen in ihrem Leben zum Ausdruck zu bringen“, betonte Rößler. Es gehe auch darum, mit Veranstaltungen wie dieser Gedenkstunde immer wieder Zeichen zu setzen. „Jeder Einzelne von uns kann in seinem persönlichen, beruflichen und politischen Wirkungskreis dazu beitragen, sich für die Würde des Menschen und eine Kultur der Toleranz einzusetzen.“   

„Der Holocaust führt uns vor Augen, wozu Menschen in einer verbrecherischen Ordnung fähig sind“, sagte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). In jeder ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Holocaust stehe am Ende die Erkenntnis: „Wir müssen uns schützend vor Mitmenschen stellen, die angegriffen werden.“ Es gelte den Anfängen zu wehren. „Extremismus muss konsequent und mit Nachdruck entgegengetreten werden, notfalls mit der ganzen Härte des Rechtsstaates“, betonte der Regierungschef.

Vor der Dresdner Kreuzkirche wurden traditionell die Namen von ermordeten Dresdner Juden sowie Sinti und Roma verlesen - eine Aktion in Regie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und weiterer Initiativen. Für den Abend war in der Gedenkstätte Münchner Platz noch eine Lesung von Abschiedsbriefen polnischer Häftlinge vorgesehen, die während der NS-Zeit am Münchner Platz hingerichtet wurden. Die Stadt Riesa erinnert in den kommenden Wochen mit der Wanderausstellung „Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn“ an die NS-Opfer.

Kranzniederlegungen gab es unter anderem in Hoyerswerda und in Leipzig. „Dieser Tag erinnert uns an die Verantwortung der Politik, aber auch der Zivilgesellschaft, allen Bestrebungen entgegenzutreten, die Menschenwürde zu verletzen“, sagte die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, Antje Hermenau, laut einer Mitteilung. Diese Aufgabe bleibe bestehen. „Nicht nur die Präsenz der rechtsextremen NPD im Sächsischen Landtag und Neonazi-Aufmärsche in Sachsen verdeutlichen das, sondern auch alltägliche Formen des Antisemitismus, des Rassismus, der Ausgrenzung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und der Diskriminierung.“

Die sächsische Linke-Politikerin Cornelia Ernst - Abgeordnete im Europaparlament - verband das Erinnern mit einer konkreten politischen Forderung. Deutschland trage gegenüber den Sinti und Roma eine besondere historische Verantwortung und sollte deshalb den von Abschiebung bedrohten Roma aus dem Kosovo ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland gewähren.

dpa

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