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Sachsen gedenkt am 9. November Opfer der Pogromnacht - Tillich: Kein Platz für Rassismus

Sachsen gedenkt am 9. November Opfer der Pogromnacht - Tillich: Kein Platz für Rassismus

Mit Feierstunden, Kranzniederlegungen, Mahnwachen und Gottesdiensten wird an diesem Freitag in Sachsen an die Pogromnacht von 1938 und die unter dem Nazi-Regime ermordeten Juden erinnert.

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Stolpersteine erinnern in Leipzig an die Opfer des Nationalsozialismus.

Quelle: André Kempner

Dresden. „Die Geschichte mahnt uns, wachsam zu sein und respektvoll miteinander umzugehen“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). „Rechtsextremismus, Hass und Rassismus haben in Sachsen keinen Platz", sagte er.

Die Deutschen mahne sie ganz besonders, so Tillich weiter, dass aus Stimmungen gegen Fremde, Andersdenkende oder andere Religionen nicht noch einmal Hass und aus Hass Gewalt werden dürfe. Der Blick zurück sei angesichts von Antisemitismus und Rechtsradikalismus in Deutschland ganz wichtig, sagte der seit Anfang des Jahres emeritierte Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl. „Es scheint, die Feinde der Demokratie haben noch nicht genug.“ Sie müssten aufgehalten werden.

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Dresden. Mit Feierstunden, Kranzniederlegungen, Mahnwachen und Gottesdiensten wird an diesem Freitag in Sachsen an die Pogromnacht von 1938 und die unter dem Nazi-Regime ermordeten Juden erinnert. „Die Geschichte mahnt uns, wachsam zu sein und respektvoll miteinander umzugehen“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). „Rechtsextremismus, Hass und Rassismus haben in Sachsen keinen Platz", sagte er.

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Sächsischer Förderpreis für Demokratie

Landesweit sind Menschen am 74. Jahrestag der Pogromnacht aufgerufen, der Opfer zu gedenken und ein Zeichen gegen Terror und Gewalt zu setzen. In Leipzig und 16 weiteren Orten werden Stolpersteine geputzt, die an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Die Aktion ist mit einer Mahnwache verbunden. Zum sechsten Mal wird in Dresden der Sächsische Förderpreis für Demokratie an Initiativen gegen Rechtsextremismus und für Menschenrechte vergeben.

Am 9. November 1938 wurden über 1000 Synagogen und Gebetshäuser sowie 7500 Läden in ganz Deutschland zerstört und 91 Menschen getötet. Es war der Auftakt zur systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Die Nazis verschleppten in den Tagen danach ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslager, viele von ihnen starben dort.

Jüdische Gemeinden mit rund 2670 Mitgliedern

In Sachsen gab es vor dem Zweiten Weltkrieg acht jüdische Gemeinden mit rund 23.000 Mitgliedern. Ende 2011 zählten Jüdische Gemeinden im Freistaat wieder fast 2670 Mitglieder. Sie profitierten nach der Wende vor allem von den osteuropäischen Einwanderern.

An den früheren Synagogen-Standorten in Dresden, Leipzig, Chemnitz oder Görlitz versammeln sich alljährlich am 9. November Christen, Juden und Angehörige anderer Religionen zum Gedenken. Dabei tragen Rabbiner auch den Hymnus „El Male Rachamim“ vor und sprechen das traditionelle Totengebet Kaddisch. Diesmal stellt eine Lesung in der Jugendkirche Chemnitz auch Schicksale vertriebener deutscher Jüdinnen in Israel vor.

Der 9. November ist für die Sachsen laut Tillich auch mit der Erinnerung daran verbunden, wie sich die Menschen in Ostdeutschland 1989 friedlich ihre Freiheit selbst erstritten. „Wir wünschen uns ein friedliches, tolerantes Miteinander auf der Welt.“ Trotz Gewalt und Krieg bis in die Gegenwart habe er die Hoffnung, „dass Menschlichkeit am Ende stärker ist als politischer Hass, religiöse Verblendung oder rassischer Verfolgungswahn.“

dpa

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