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Sachsen gegen Abschwächung der Kriterien bei Atomendlagersuche

Umweltministerium Sachsen gegen Abschwächung der Kriterien bei Atomendlagersuche

Bei der Suche nach möglichen Standorten für ein Atomendlager hat sich Sachsen gegen eine Abschwächung der Kriterien für sogenanntes Kristallingestein ausgesprochen. Es dürften an Gesteinsformationen aus Granit keine anderen Sicherheitsmaßstäbe angelegt werden als an Tonstein oder Salz, sagte Umweltminister Thomas Schmidt.

Wohin mit dem Atommüll? (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Bei der Suche nach möglichen Standorten für ein Atomendlager hat sich Sachsen gegen eine Abschwächung der Kriterien für sogenanntes Kristallingestein ausgesprochen. Es dürften an Gesteinsformationen aus Granit keine anderen Sicherheitsmaßstäbe angelegt werden als an Tonstein oder Salz, sagte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) am Montag in Dresden. Deshalb habe er ein Sondervotum zu dem Abschlussbericht der Endlagerkommission eingereicht, der Abstriche bei Kristallingestein im Hinblick auf den Umfang der Gesteinsschicht empfehle.

Wolle man Akzeptanz für ein Endlager für hochradioaktive Stoffe erreichen, müssten überall die selben Kriterien gelten. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass die grundsätzlich für ein Endlager geeigneten Gesteinsformationen, also Salz-, Ton- und Kristallingestein, nicht gleichbehandelt werden“, sagte Schmidt.

Die Kommission empfiehlt eine „Mächtigkeit des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs“ von mindestens 100 Metern. Bei Kristallingestein soll eine Abschwächung möglich sein, wenn zusätzliche technische Barrieren geschaffen werden. Damit erhöhe sich zwar die Zahl der Regionen mit infrage kommenden Standorten, sagte Schmidt. „Wissenschaftlich gibt es dafür keine Begründung.“

In der Sächsischen Schweiz und im Erzgebirge gibt es ebenfalls Gebirgsformationen mit Granitgestein. Ob sie bei gleichem Maßstab noch als Endlagerstandort in Betracht kämen, wollte Schmidt nicht sagen. „Zumindest wäre es erheblich unwahrscheinlicher“, sagte Wolfram Kudla, Professor an der TU Bergakademie Freiberg, der der Endlagerkommission angehörte.

Der über 600 Seiten starke Abschlussbericht der Kommission wird an diesem Dienstag in Berlin übergeben. Aufgabe war es, auf wissenschaftlicher Basis Kriterien und Verfahrensvorschläge für die Auswahl eines künftigen Endlagerstandort zu erarbeiten.

Laut Kudla sollen zunächst anhand bereits vorhandener Daten sechs bis acht Standortregionen ausgewählt werden. Diese würden dann über Tage erkundet. Bei den zwei bis drei am besten geeigneten Standorten solle sich dann die Erkundung unter Tage anschließen. Erst danach werde es eine Entscheidung geben. „Dieser Prozess wird mit Sicherheit mehrere Jahrzehnte brauchen“, sagte Kudla.

Schmidt bezweifelte, dass das Ziel, bis 2031 über den Standort zu entscheiden und das Endlager bis 2050 in Betrieb zu nehmen, erreicht werden kann.
LVZ

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