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Sachsen machen Gold zu Geld

Sachsen machen Gold zu Geld

Angesichts eines hohen Goldpreises machen viele Verbraucher ihren alten Schmuck zu Geld. Juweliere und Ankaufbörsen in Mitteldeutschland verzeichnen einen rasanten Kundenzuwachs.

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Juwelier Thomas Kortum nimmt Goldschmuck unter die Lupe.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. "Goldankauf zu Super-Sonderpreisen" oder "Machen Sie Ihr Gold zu Geld" heißt es in verschiedenen Anzeigen. Angesichts eines Goldpreises, der sich in den vergangenen Jahren verdreifacht hat, stoßen solche Offerten auf große Resonanz. "Die Kundenfrequenz ist entsprechend um 30 bis 50 Prozent gestiegen", berichtet Ilan Kör, Inhaber der Goldankauf Börse, die in Leipzig, Erfurt, Jena und in Hessen tätig ist. Zwar sei der derzeitige Goldpreis vom Höchststand im vergangenen Jahr, als eine Feinunze rund 1380 Euro kostete, wieder etwas entfernt, aber immer noch auf hohem Niveau. Derzeit liegt der Kurs bei 1196 Euro je Feinunze (31,103479 Gramm). "Das Geschäft läuft weiterhin gut", so Kör.

Auch Thomas Kortum, Geschäftsführer des gleichnamigen Leipziger Juweliergeschäfts, berichtet, dass das Kundenaufkommen zuletzt jährlich um das Drei- bis Vierfache gestiegen sei. Allerdings rechnet er damit, dass es in diesem Jahr nicht mehr ganz so rasant weitergeht. Große Investoren würden sich derzeit wieder von ihren Goldinvestments trennen und damit auch den Preis drücken.

Der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte bestätigt den generellen Trend. "Der Altgoldankauf bewegt sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau", sagt Geschäftsführer Joachim Dünkelmann. Der Verband vertritt die Interessen von bundesweit rund 9000 Unternehmen, darunter 110 Juweliere in Sachsen und 152 in Thüringen. "Immer dann, wenn der Goldpreis neue Rekorde bricht, steigt die Zahl der Anfragen in den Geschäften." Die Menge des Goldankaufs decke inzwischen nahezu den Bedarf der Branche. "Das heißt, ein großer Teil des Goldes, das für die Schmuckherstellung verwendet wird, kann durch Recycling gewonnen werden", so Dünkelmann.

Verbraucher sollten bei der Wahl des Ankäufers allerdings eine gesunde Skepsis walten lassen und verschiedene Angebote prüfen, rät Dünkelmann. "Viele unserer Juweliere berichten über schlechte Kundenerfahrungen mit reisenden Goldankäufern oder Händlern auf Wochenmärkten", so der Verbandsgeschäftsführer. Neben geeigneten und geeichten Waagen und dem Wiegen im Beisein des Kunden gehören seinen Worten zufolge auch die versierte Feingehaltsprüfung und gegebenenfalls die Bewertung von Edelsteinen zur Qualifikation. Die meisten Juweliere würden Altgold auch gegen eine Gutschrift beim Neukauf anrechnen. Dadurch ließen sich für den Verbraucher oft vorteilhafte Kurse erzielen.

"Wir berechnen nicht nur den Gold-, sondern auch den Schmuckwert", erläutert Juwelier Kortum. Denn die meisten angekauften Schmuckstücke würden aufgearbeitet und weiterverkauft. Das Altgold, das Kunden zu ihm bringen würden, stamme dabei meist aus Erbschaften und Wohnungsauflösungen.

Die Goldankauf Börse schmilzt das angekaufte Gold dagegen überwiegend ein und verkauft es weiter an Scheideanstalten. Am meisten werde alter Schmuck verkauft, berichtet Geschäftsführer Kör. Aber auch Zahngold, kaputte Gegenstände und Münzen werden bei der Börse zu Geld gemacht. Auch er verweist darauf, dass Kunden auf faire Angebote achten sollten, denn mit dem Goldrausch seien zahlreiche Ankaufsstellen aus dem Boden geschossen, um schnelles Geld zu machen. "Der Wettbewerb geht jetzt aber langsam wieder zurück."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

Sabine Schanzmann-Wey

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