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Sachsen reagiert bei Abiturprüfungen auf Bahnstreiks: Später kommen erlaubt

Sachsen reagiert bei Abiturprüfungen auf Bahnstreiks: Später kommen erlaubt

Sachsens Gymnasiasten sollen durch die Streiks der Lokführer nicht ausgebremst werden. Wer deshalb zu spät zur Abiturprüfung komme, dürfe trotzdem teilnehmen, gab das Kultusministerium am Dienstag bekannt.

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Gähnende Leere auf den deutschen Bahnhöfen: Der Bahnstreik trifft seit dem frühen Morgen auch den Personenverkehr.

Quelle: Bodo Marks

Leipzig. Allerdings müssen Betroffene bis spätestens 9.30 Uhr in der Schule sein, regulär beginnen die Prüfungen um acht Uhr.

Auf jeden Fall muss auch den verspätet angereisten Abiturienten die volle Arbeitszeit zur Verfügung stehen. Nach Angaben des Ministeriums kann der Schulleiter entscheiden, den Prüfungsbeginn generell nach hinten bis auf circa 9.30 Uhr zu verlegen. Nach den schriftlichen Abiturprüfungen in den Sprachen am Dienstag können in den folgenden Tagen auch die Prüfungen in Biologie, Physik und Mathematik betroffen sein.

Der Streik der Lokführer hat den Bahnverkehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am Dienstag weitgehend lahmgelegt. Vor allem den Berufspendlern machte der neuerliche Ausstand das Leben schwer und zwang sie zum Improvisieren. Wer es konnte, stieg auf das Auto um.  

Allerdings konnte die Bahn ein größeres Zugangebot aufrechterhalten als zunächst geplant. Der Grund sei, dass weniger Lokführer dem Streikaufruf der Gewerkschaft GDL gefolgt seien als erwartet. Dadurch könnten rund 50 Verbindungen mehr bedient werden, sagte ein Bahnsprecher in Leipzig. So würden unter anderem die Strecken zwischen Halle und Magdeburg, Leipzig und Döbeln sowie Erfurt und Sangerhausen häufiger angeboten. Das gleiche gelte für die S-Bahn Linie 7 in Halle. Schon beim zurückliegenden von der GDL organisierten Ausstand vor zwei Wochen seien mehr Lokführer zur Arbeit erschienen als im Vorfeld erwartet, hieß es.

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Leipzig. Es ist schon fast gespenstisch: leere Bahnhofshallen, genervte Gesichter, lange Warteschlangen: Bahnreisende sind ab Dienstag 2 Uhr vom bisher längsten Ausstand in der Deutsche Bahn-Geschichte betroffen. Es ist bereits der achte Streik des gegenwärtigen Tarifkonflikts und soll sechs Tage lang dauern. Das Personal des Güterverkehrs hat bereits seit Montag um 15 Uhr die Arbeit niedergelegt.

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Im S-Bahnnetz sollten nur 5 Prozent der Züge noch fahren. Im Regionalverkehr wollte die Deutsche Bahn etwa 15 Prozent des normalen Angebots aufrechterhalten, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte.

Die Bahn hat Ersatzfahrpläne aufgestellt. Komplett gestrichen wurden die Verbindungen zwischen Magdeburg und Leipzig, Dresden und Leipzig sowie Dresden und Berlin. ICEs von Berlin über Leipzig nach München sowie von Leipzig in Richtung Frankfurt/Main sollen aber vereinzelt fahren, hieß es.  

Die Lokführer im Personenverkehr waren nachts um 2 Uhr in den Streik getreten, wie ein Bahnsprecher bestätigte. Sie wollen ihre Arbeit bis Sonntagmorgen ruhen lassen. Die Güterzüge der Bahn werden bereits seit Montagnachmittag bestreikt. Es ist der achte Ausstand im laufenden Tarifkonflikt und mit fast sechs Tagen Dauer der längste seit Gründung der Deutschen Bahn 1994.

Der Tarifkonflikt der Bahn mit den Gewerkschaften dauert mittlerweile zehn Monate an. Die Bahn hatte zuletzt angeboten, die Löhne vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent zu heben. Dazu sollte eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis zum 30. Juni kommen.

Die Lokführergewerkschaft GDL fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. „Wir wissen, dass die Bahnkunden nicht vor Begeisterung am Bahnsteig stehen und klatschen“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Er lehnte am Montagabend im Interview der ZDF-Sendung „Wiso“ erneut die von der Bahn vorgeschlagene Schlichtung ab. Es gehe um grundgesetzlich geschützte Rechte der GDL-Mitglieder. „Wir lassen nicht über Grundrechte schlichten.“  

Ein Knackpunkt für die Gewerkschaft ist die Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn. Sie kritisiert, die Bahn wolle diese Kollegen, die etwa für das Koppeln und Entkoppeln von Zügen zuständig sind, niedriger einstufen als Mitarbeiter auf der Strecke.

Der Konflikt ist auch deshalb so schwierig, weil die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Einfluss im Bahn-Konzern ringt. Außerdem will die GDL einen Erfolg erzielen, bevor das kommende Tarifeinheitsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung die Macht kleiner Gewerkschaften beschränkt.

lvz

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