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Sachsen stellen sich am 1. Mai Rechten entgegen

Sachsen stellen sich am 1. Mai Rechten entgegen

Rund 2000 Sachsen haben am Samstag friedlich gegen Aufmärsche von Rechten in Zwickau und Hoyerswerda protestiert. Allein in Zwickau gingen etwa 1500 Menschen nach der Mai-Kundgebung der Gewerkschaften auf die Straße und boten rund 400 NPD-Anhängern die Stirn.

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In Zwickau haben am Samstag etwa 1500 Menschen gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert. Unter dem Motto „Unsere Stadt hat Nazis satt“ zogen sie nach der Gewerkschafts-Maikundgebung auf dem Hauptmarkt zum Bahnhof.

Quelle: dpa

Zwickau/Hoyerswerda. In Hoyerswerda mobilisierte die Aktion Zivilcourage rund um eine Mai-Feier schätzungsweise 300 Menschen, die sich den Rechten aber nicht direkt entgegenstellten. Dort beteiligten sich laut Polizei etwa 400 Rechte an einer Demonstration.   

Die Aufzüge in beiden Städten wurden mehrfach durch Sitzblockaden gestört. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent, um Zusammenstöße zu verhindern. Allein in Zwickau waren 600 Beamte im Einsatz. Nach Hoyerswerda wurden Bundespolizisten zur Unterstützung beordert.   

Sachsens DGB-Chefin Iris Kloppich sprach sich auf der Mai-Kundgebung in Zwickau für ein NPD-Verbot aus. Sie warb aber zugleich für eine noch intensivere Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut. „Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist vor allem ein Kampf um die Köpfe“, sagte Kloppich laut DGB unmittelbar vor der geplanten NPD-Demonstration.   

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Zwickau/Hoyerswerda. Rund 2000 Sachsen haben am Samstag friedlich gegen Aufmärsche von Rechten in Zwickau und Hoyerswerda protestiert. Allein in Zwickau gingen etwa 1500 Menschen nach der Mai-Kundgebung der Gewerkschaften auf die Straße und boten rund 400 NPD-Anhängern die Stirn.

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In Zwickau gab es einige Zusammenstöße mit Gegendemonstranten, bestätigte die Polizei Angaben der IG Metall. Die Gewerkschaft hatte berichtet, dass Anhänger der rechtsextremen NPD mit Steinen warfen. Ein Mensch - nach Angaben der NPD einer ihrer Anhänger - wurde verletzt und ambulant behandelt. Auch Polizisten waren Zielscheibe von Steinewerfern. Nach Angaben der Polizei wurden etwa 50 Blockierer von der Straße getragen, zehn kamen vorübergehend in Gewahrsam. Zuletzt standen den NPD-Anhängern in Zwickau etwa 600 Gegendemonstranten gegenüber.   

Vor der Demonstration in Hoyerswerda hatten Unbekannte auf einer Bahnstrecke bei Ruhland (Brandenburg) Barrikade aus Reifen und Holz entzündet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Berlin auf Anfrage. Damit verzögerten sich die Anreise von etwa 150 Rechten, die dann mit einem Schienenersatzverkehr-Bus nach Hoyerswerda fuhren. Zunächst war berichtet worden, dass etwa 80 Anhänger der linken Szene die Bahnstrecke blockiert hätten. Am späten Nachmittag marschierten bis zu 400 Rechte durch Hoyerswerda. Die Polizei löste Sitzblockaden von einzelnen Gegendemonstranten auf. Drei Menschen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.   

Die Hoyerswerdaer Aktion Zivilcourage säuberte nach dem Rechten- Aufzug symbolisch die Straßen, bis zu 50 Menschen beteiligten sich zeitweise daran. Am Vormittag hatten sich etliche Bürger, voran Politiker der Stadt, am Informationsstand der Gruppe versammelt. „Das ist schon mal ein Erfolg, das war in Hoyerswerda nicht immer so“, sagte Sabine Kopischke von der Aktion, die die Proteste koordiniert hat.   

In Zwickau hatten Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat von Volkswagen sowie die IG Metall die VW-Mitarbeiter aufgerufen, gegen den Rechten-Aufzug zu demonstrieren. Das Unternehmen ist der größte Arbeitgeber der Region. Der Zwickauer Landrat Christoph Scheurer bat im Vorfeld der Demonstration, Konfrontationen und Zusammenstöße mit der rechten Szene zu vermeiden.

dpa

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