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Sachsen strebt neuen Welterbe-Titel an - Grünes Licht für „Montanregion Erzgebirge"

Sachsen strebt neuen Welterbe-Titel an - Grünes Licht für „Montanregion Erzgebirge"

Das Erzgebirge mit seiner jahrhundertelangen Bergbautradition soll nach dem Willen der sächsischen Regierung Weltkulturerbe werden. Am Dienstag gab das Kabinett in Dresden grünes Licht für einen gemeinsamen Antrag mit Tschechien.

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Die "Montanregion Erzgebirge" soll Unesco-Weltkulturerbe werden.

Quelle: dpa

Dresden. Er kann frühestens 2014 bei der zuständigen Unesco-Kommission eingereicht werden. Dabei soll die „Montanregion Erzgebirge" - so der offizielle Titel für die Bewerbung - nicht flächendeckend als Erbe ausgewiesen werden. Nach derzeitigem Stand sind auf deutscher Seite 40 Stätten beteiligt, darunter die Altstädte mehrerer Kommunen. In Tschechien haben die Regionen Usti nad Labem und Karlovy Vary Interesse bekundet.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) geht nicht davon aus, dass der 2009 aberkannte Welterbetitel für Dresdens Elbtal negative Auswirkungen auf die Bewerbung des Erzgebirges haben könnte. Dresden hatte den Titel wegen der umstrittenen Waldschlößchenbrücke verloren. Nach Ansicht der Welterbekommission störte das Bauwerk Sichtachsen im landschaftlich reizvollen Elbtal. Ulbig zufolge wurde im Erzgebirge geprüft, ob wirtschaftliche Aktivitäten dem Welterbe-Projekt entgegenstehen. „Wer könnte besser wissen, wie schön und geschichtsträchtig das Erzgebirge ist, als die Menschen in der Region." Schönheit sei für sie aber nur dann eine echte Bereicherung, wenn sich das Gebiet wirtschaftlich weiterentwickeln könne.

Die Opposition reagierte positiv, verlangte aber weiteren Rückhalt für die Bewerbung. Linke-Kulturpolitiker Volker Külow erinnerte daran, dass die Regierung in punkto Welterbe jahrelang auf der Bremse gestanden und wirtschaftliche Hemmnisse geltend gemacht hatte. Schließlich habe sich das Engagement in der Region aber durchgesetzt. „Die Bedenkenträger und Bremser in der Staatsregierung müssen jetzt durchstarten", verlangte er. „Ich hoffe sehr, dass die heutige Entscheidung aber nicht eines der unzähligen Lippenbekenntnisse der Staatsregierung bleibt", erklärte die frühere SPD-Kunstministerin Eva-Maria Stange. Die Grünen im Kreisverband Erzgebirge freuten sich, dass die Regierung nach „Jahren des Zauderns und Zögerns" nun endlich die Chancen eines Welterbetitels für das Erzgebirge erkannt habe.

Derweil gibt es bereits Interesse für weitere Welterbetitel. Das betrifft zum Beispiel die Görlitzer Altstadt, die Umgebindehäuser in der Oberlausitz, die Gartenstadt Hellerau in Dresden und die Schlosskapelle Schloss Hartenfels Torgau. Laut Innenministerium können Interessenten noch bis 31. Januar ihre Unterlagen einreichen. Eine Expertenkommission untersucht dann, welche Kandidaten auf die neue Warteliste kommen. Mitte des Jahres soll das Kabinett entscheiden. Die „Montanregion Erzgebirge" steht schon seit längerem auf der sogenannten Tentativliste und konkurriert somit nicht mit den neuen Vorschlägen. Seit 2004 ist der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau als gemeinsames deutsch-polnisches Kulturgut Welterbe.

dpa

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