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Sachsen und Thüringen weiter Spitzenreiter bei Bildung - Lehrerbedarf bleibt Herausforderung

Sachsen und Thüringen weiter Spitzenreiter bei Bildung - Lehrerbedarf bleibt Herausforderung

Das Bildungssystem in Sachsen setzt weiter Maßstäbe in Deutschland. Im Bildungsmonitor 2012 der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat der Freistaat den ersten Platz vor Thüringen und Baden-Württemberg verteidigt - aber knapp.

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Die besten Bildungsstandorte bleiben laut «Bildungsmonitor 2012» Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Quelle: dpa

Dresden/Köln. Danach ist die Förderinfrastruktur Spitze, auch bei Betreuung und Schulqualität - Ganztagsangebot, Klassengrößen, Qualifikation von Lehrern und Betreuern - liegt Sachsen vorn. Besonders gut schnitt das Bundesland in der Kategorie Internationalisierung ab, in der Kooperationen mit Hochschulen im Ausland und Fremdsprachenunterricht erfasst werden. Viele Punkte gab es zudem für die Bildungsausgaben.

Für Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) ist die Top-Position „ein starkes Zeugnis“ für Lehrer, Erzieher und Schüler, die mit guten Leistungen im bundesweiten Vergleich bestechen. Dies sei aber kein Grund, sich nun auszuruhen. „Die Studie macht auch klar Verbesserungsbedarf im sächsischen Schulsystem deutlich“, sagte sie. Als Herausforderungen sieht sie vor allem den wachsenden Lehrerbedarf und die noch immer hohe Zahl der Schüler ohne Abschluss.

Ähnlich sieht es Norbert Bläsner, der bildungspolitische Sprecher der sächsischen FDP-Landtagsfraktion: „Wir werden die Spitzenposition nur halten, wenn wir die großen Baustellen des Bildungssystems beseitigen: den zunehmenden Lehrermangel und den bereits jetzt daraus folgenden Unterrichtsausfall, der längst nicht mehr akzeptabel ist.“ Nur mit jungen und motivierten Lehrern, die eine klare Perspektive in Sachsen haben, sei das Niveau zu halten und auszubauen, so Bläsner.

Landesschülerrat: "Studie bietet kein Abbild der Realität an Sachsens Schulen

"

Kritik äußerte der Landesschülerrat (LSR) Sachsen am Datenmaterial des Bildungsmonitors. Ein Großteil stamme aus den Pisa-Studien der zurückliegenden Jahre, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwoch. „Die Studie bietet somit an wichtigen Punkten kein Abbild der Realität an Sachsens Schulen“, gab der Rat zu bedenken. Tatsächlich verließen noch zu viele junge Sachsen die Schule ohne Abschluss, sagte der LSR-Vorsitzende Konrad Degen. Auch die gute individuelle Förderung könne im nächsten Schuljahr nicht gehalten werden, weil das Kultusministerium derzeit viele Lehrkräfte aus dem Ganztagsangebot abziehe.

Die INSM-Studie bescheinigt den Sachsen im Vergleich zum Vorjahr außerdem Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur und der Sicherung der Teilhabe. Mit dem gewachsenen Anteil der Kinder in der frühkindlichen Förderung und an Ganztagsschulen erhöhten sich die Chancen für Kinder von Migranten und Alleinerziehenden, hieß es. Die Zahl der Schulabbrecher sank, die der Hochschulabsolventen stieg. Dabei ist die Ingenieur-Quote höher als im Schnitt aller Bundesländer, der Anteil der bestandenen Abschlussprüfungen in der beruflichen Bildung liegt dafür unter dem Bundesdurchschnitt.

Echte Schwächen macht die Studie nicht aus, sieht aber Potenzial hinsichtlich der Altersstruktur der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen. Deren Unausgewogenheit stehe effizienter Personalpolitik entgegen, hieß es. Auch bei der Zeiteffizienz gebe es Möglichkeiten der Verbesserung. Dort werden Einschulungszeit, Wiederholerquote, Ausbildungsabbrüche und das Durchschnittsalter der Erstabsolventen betrachtet. Die beste Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr legte der Studie zufolge Hamburg mit dem Sprung von Platz 13 auf Platz 8.

Der Bildungsmonitor vergleicht die Bildungssysteme der Bundesländer anhand von 110 Kriterien. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat die Studie im Auftrag der INSM erstellt. Hinter der Initiative stehen die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie.

dpa/maf

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