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Sachsen will in der Verwaltung künftig mehr auf Elektronik setzen

Automaten statt Beamte auf den Ämtern? Sachsen will in der Verwaltung künftig mehr auf Elektronik setzen

Wie sieht die bürgernahe Verwaltung der Zukunft in Sachsen aus? Dienstleister und Unternehmen informierten in Dresden über neue Angebote zum E-Government.

Madeleine Beger, Caroline Jage und Ralf Pietsch (v.l.) vom sächsischen Staatsministerium des Innern präsentieren die Letterbox.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Wie wird Verwaltung in Zukunft organisiert sein? Wie kann die Wartezeit bei Behördengängen reduziert, die Vernetzung einzelner Stellen optimiert und gleichzeitig die Bürgernähe erhöht werden? Diese und weitere Fragen standen beim inzwischen achten IT- und Organisationsforum (ITOF) in Dresden im Mittelpunkt. Rund 600 Teilnehmer informierten sich über neue Entwicklungen im Bereich E-Government.

Ziel sei es, elektronische Angebote flächendeckend in allen sächsischen Behörden anzubieten und Verwaltungsabläufe bürgernäher zu gestalten, betonte Innenstaatssekretär Michael Wilhelm zur Eröffnung des Kongresses am Montag. „Das bringt letztlich eine Zeitersparnis auf beiden Seiten“, war sich Wilhelm sicher und nannte als Beispiele Projekte wie die elektronische Kfz- oder Gewerbeanmeldung. Neben bereits bestehenden Angeboten, sowie einem besonderen Fokus auf Themen wie Cybersicherheit und die Nutzung von virtueller Realität, standen im Erlwein-Forum der Landeshauptstadt zahlreiche Neuentwicklungen im Mittelpunkt.

Verbesserungen im Bereich der Schülerbeförderung hat sich das Dresdener Start-Up „Stadt.Land.Netz“ zum Ziel gesetzt. Mit der firmeneigenen Plattform „Via“ soll vor allem der sogenannte freigestellte Schülerverkehr – Transporte, die nicht vom regulären Beförderungsnetz abgedeckt werden – optimiert werden. Ziel der beiden 26-jährigen Gründer Marcus Dawidjan und Lars Lehmann ist es, Träger, Schulen und Eltern miteinander zu verknüpfen. Mit ihrem Portal können neben Routenplanung auch Informationen über Verspätungen und Umleitungen, sowie Informationen über Krankheit zentral ausgetauscht werden. Vor allem das Einsparpotenzial durch Reduzierung unnötiger Verbindungen und Vorgänge soll die Verantwortlichen überzeugen. „Pro Kreis und Jahr sind das zwischen zwei und vier Millionen“, beziffert Dawidjan.

Mehr Bürgerbeteiligung soll hingegen mit der von der Berliner Universität der Künste entwickelten Letterbox erreicht werden. Der elektronische Briefkasten erleichtert die Teilnahme an freiwilligen Dialogverfahren um politische Themen – etwa bei kommunalen Diskussionsrunden. Der Clou: Die handgeschriebenen Wortmeldungen werden direkt beim Einwurf gescannt und auf der zugehörigen Diskussionsplattform im Netz veröffentlicht. Dort können andere Nutzer kommentieren und so die Debatte erweitern. „Natürlich ist die Box zunächst Mittel zum Zweck“, so Ralf Pietsch, zuständiger Projektleiter beim Sächsischen Staatsministerium des Innern. Vor allem durch die niedrige Hemmschwelle zur Benutzung könne man so aber Aufmerksamkeit für bereits etablierte Dialogplattformen der Landesregierung generieren. In der Innovationskommune Brandis sei das System bereits erfolgreich im Einsatz.

Um Erleichterung bei Suche und Vergabe von Kindergartenplätzen geht es indes bei „Kivan“, einem Projekt des Leipziger IT-Dienstleisters Lecos. Eltern erhalten hier einen Überblick über die verfügbaren Angebote und können direkt Plätze reservieren, während gleichzeitig der Verwaltungsaufwand reduziert wird – etwa, indem Mehrfachbewerbungen auf freie Plätze ausgeschlossen werden, erläutert Roy Barthel, Leiter Eigenentwicklungen. Zudem ermögliche der einheitliche Datensatz Prognosen über den künftigen Bedarf. „Die Verantwortlichen können dann rechtzeitig die nötigen Schritte einleiten, etwa Neubauten anstreben oder mehr Personal einstellen.“

Von Bastian Fischer

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