Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Sachsens Erfinder sind im Osten Spitze

Patente Sachsens Erfinder sind im Osten Spitze

Die fleißigsten Erfinder Ostdeutschlands sitzen weiter in Sachsen. Im vergangenen Jahr meldeten sächsische Tüftler insgesamt 905 Erfindungen für ein Patent an. Im gesamtdeutschen Vergleich bleibt Sachsen damit auf Rang sieben, noch vor Berlin und Hamburg.

Im vergangenen Jahr meldeten sächsische Tüftler insgesamt 905 Erfindungen für ein Patent an.

Quelle: dpa

Leipzig. Die fleißigsten Erfinder Ostdeutschlands sitzen weiter in Sachsen. Im vergangenen Jahr meldeten sächsische Tüftler insgesamt 905 Erfindungen für ein Patent an. Im gesamtdeutschen Vergleich bleibt Sachsen damit auf Rang sieben, noch vor Berlin und Hamburg, wie aus einer aktuellen Statistik des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) in München hervorgeht. Allerdings sind die Patentanmeldungen in Sachsen rückläufig – 2013 und 2014 waren es im Freistaat jeweils noch 968 Erfindungen.

Die meisten Patente wurden erneut in Bayern (15341) angemeldet, gefolgt von Baden-Württemberg (14220) und Nordrhein-Westfalen (6875). Thüringen bleibt mit 512 (2013: 559) Anmeldungen auf dem zehnten Platz. Sachsen-Anhalt ist mit 200 (2014: 227) Anmeldungen auf den 14. Platz im bundesweiten Ranking abgerutscht.

Sachsen ist relativ stark in der öffentlichen Forschung, was an der Förderung durch den Freistaat liegt, sagt Joachim Ragnitz, Vize-Chef des ifo-Wirtschaftsinstituts Dresden. Außer an Universitäten und Hochschulen wird auch an staatlich kofinanzierten Forschungsinstituten wie denen der Fraunhofer-Gesellschaft geforscht. Das Wirtschaftsministerium hat 2015 nach eigenen Angaben 557 Technologieprojekte mit 112 Millionen Euro aus europäischen Strukturfonds- und Landesmitteln gefördert – so viele wie nie zuvor in einem Jahr.

Die Industrieforschung ist laut Ragnitz demgegenüber schwach ausgeprägt und konzentriert sich vor allem auf den Maschinenbau in Chemnitz, Elektronikindustrie in Dresden und Textilforschung im Vogtland. Das liegt zum einen an der Größenstruktur der Betriebe. Während im Westen mit Konzernen wie Daimler, Bosch oder Siemens die großen Unternehmen sitzen, die das Patentwesen antreiben, prägen die heimische Wirtschaft überwiegend kleiner Betriebe, die sich oft gar keine Forschungseinrichtungen leisten können.

Noch wichtiger als die Förderung von Forschung ist aus Sicht von ifo-Wissenschaftler Ragnitz der Technologietransfer, also dass die Neuerungen auch im Freistaat angewendet werden. Für die sächsischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen übernimmt das unter anderem die Sächsische Patentverwertungsagentur (SPVA), die zur Gesellschaft für Technologie- und Wissenstransfer in Dresden gehört. Die SPVA hat 2014 insgesamt 53 Erfindungen bewertet, teilt Sprecherin Antje Stork mit. 48 seien zum deutschen Patent angemeldet worden. Im gleichen Jahr erzielte die Einrichtung aus Schutzrechtsverkäufen, Lizenznahmen oder Optionsverträgen Einnahmen in Höhe von 460000 Euro.

Die Agentur war auch an der Bewertung und Verwertung des Stromtickets beteiligt, für das laut Sprecherin Stork jetzt ein Patent erteilt worden ist. Das Stromticket können Kunden über das Handy bestellen und haben dann Zugang zu Ladesäulen verschiedener Energieversorger. Die Ladesäulen müssen dafür nicht extra mit einem Kartenlesegerät ausgerüstet sein. Derzeit ist es noch so, dass nicht nur die Tankmöglichkeiten für E-Fahrzeuge beschränkt sind, sondern oftmals eine Anmeldung beim Anbieter notwendig ist. Zu den Erfindern gehören neben Wissenschaftlern der HTW Dresden, des Forschungs- und Transferzentrums Leipzig und der Leipziger HTWK auch Ingenieure verschiedener Energieversorger, darunter die Stadtwerke Leipzig und Elbtal.

Eine weitere Erfindung, die die SPVA vermarkten konnte, ist ein Verfahren zum Recycling Seltener Erden aus alten Smartphones, Neonröhren und Computerbildschirmen. Die gewonnenen Metalle werden erneut in verschiedene Elektronikprodukte verbaut, was enorme Kosten spart. Entwickelt haben das Verfahren Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg zusammen mit Industriepartnern. Nutzer ist jetzt eine Freiberger Firma.

Von Andreas Dunte

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr