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Sachsens Innenminister fordert von Bundesinnenministerium massive Änderungen

Ulbig: Bundesländer müssen an Spitzensport-Reform beteiligt werden Sachsens Innenminister fordert von Bundesinnenministerium massive Änderungen

Sachsen verlangt vom Bund massive Änderungen bei der Reform des Spitzensports. „Olympiasieger fallen nicht vom Himmel. Auch wenn zwischen Bund und Ländern Arbeitsteilung herrscht: Spitzensport und Nachwuchsarbeit sind zwei Seiten derselben Medaille.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU)

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen verlangt vom Bund massive Änderungen bei der Reform des Spitzensports. „Olympiasieger fallen nicht vom Himmel. Auch wenn zwischen Bund und Ländern Arbeitsteilung herrscht: Spitzensport und Nachwuchsarbeit sind zwei Seiten derselben Medaille. Deswegen müssen die Länder bei der Reform der Spitzensportförderung vertreten sein“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der Leipziger Volkszeitung (Sonnabend). „Um erfolgreich zu sein, müssen Bund und Länder Hand in Hand agieren. Wir brauchen deshalb nicht nur eine Gesamtkonzeption für die Finanzierung, sondern auch ein Bund-Länder-Abkommen.“

Ulbig geht damit auf Konfrontationskurs zu Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hatte de Maizière im März ein Beratergremium installiert, damit sich das Medaillen-Debakel der Olympischen Spiele von London und Sotschi nicht wiederholt. In den acht Arbeitsgruppen sind allerdings die Länder, die einen wesentlichen Teil der Sportförderung und Nachwuchsarbeit finanziell tragen, bislang nicht vertreten. Ulbig stellt sich mit seinem Vorstoß nun an die Spitze der Länderminister.

Bei der Auseinandersetzung geht es neben einer grundlegenden Länder-Beteiligung um Investitionen in Sportstätten. Ulbig greift gegenüber der Leipziger Volkszeitung auch in dieser Beziehung das Bundesinnenministerium an: „Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass die rund 18 Millionen Euro, die der Bund in diesem Jahr für Investitionen in Sportstätten deutschlandweit bereitstellt, nicht ausreichen werden.“ Allein der Freistaat Sachsen hat im vergangenen Jahr 27 Millionen Euro investiert, für 2015 und 2016 sind insgesamt 40 Millionen Euro im Haushalt vorgesehen.

Nachdem der deutsche Sport bei den Olympischen Spielen seine Medaillenziele deutlich verfehlt hatte, hatte de Maizière angekündigt, die Förderung des Spitzensports zu reformieren. Ein Gremium mit Vertretern aus Politik und Sport soll nach den Olympischen Spielen 2016 ein Konzept dazu vorlegen. Vor dem Hintergrund einer möglichen deutschen Olympiabewerbung für die Spiele 2024 sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für Veränderungen, hatte der Bundesinnenminister erklärt.

In Deutschland ist für den Spitzensport zunächst der Bund zuständig, für den Nachwuchsleistungssport und den Breitensport die Länder. Sportverbände fordern seit langem, diese Trennung aufzuheben.

Unterstützung erhält Ulbig vom Sächsischen Landessportbund (LSB), der die Zusammensetzung des Reformgremiums ebenfalls kritisiert: "Über die Köpfe der Länder hinweg soll entschieden werden, was die Länder letztlich umsetzen und mitbezahlen müssen. Die Trennung zwischen Nachwuchs- und Spitzensport ist nicht durchzuhalten“, sagte LSB-Generalsekretär Christian Dahms der Leipziger Volkszeitung.

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