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Sachsens Justizminister Martens will Gewalt im Jugendstraffvollzug eindämmen

Sachsens Justizminister Martens will Gewalt im Jugendstraffvollzug eindämmen

Die Zunahme von gewaltsamen Übergriffen in Sachsens Jugendgefängnissen hat erste Konsequenzen. Justizminister Jürgen Martens (FDP) legte am Freitag den ersten Bericht zur Lage des Jugendstrafvollzugs in Sachsen vor.

Dresden. Demnach wurde unter anderem die Belegschaft des Jugendstrafvollzugs Regis-Breitingen durch zwölf „junge und gut ausgebildete Bedienstete“ verstärkt.

Die Anstalt in Regis-Breitingen war im Sommer 2009 mit einem Folterskandal in die Schlagzeilen geraten. Gefangene hatten einen Mithäftling bereits im Frühjahr 2008 brutal misshandelt und fast in den Tod getrieben. Danach wurden dort die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Martens sprach von einer „Kultur des Hinschauens“, die etabliert worden sei. Die Bediensteten seien sensibilisiert, auf erste Anzeichen von Unterdrückung und Verletzungen sowie Strukturen zu achten und zu reagieren. Solche Vorfälle wie 2008 würden jetzt nicht mehr unentdeckt bleiben, betonte Martens.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Wiedereingliederung der jugendlichen Straftäter in die Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf die Phase der Entlassung. Laut Bericht soll der Übergang in die Freiheit durch lückenlose Betreuung und verbesserten Informationsaustausch aller Beteiligten verbessert werden. So soll den Jugendlichen  im Raum Dresden im Rahmen des Projekts „Neuanfang“ bereits bis zu sechs Monate vor der Entlassung ein Begleiter zur Seite gestellt werden, der den Übergang ein Jahr begleitet. Zudem kommen die schulischen und berufsqualifizierenden Maßnahmen, die so aufgebaut sind, dass sie auch außerhalb der Anstalten fortgesetzt werden können.

Im Jugendstrafvollzug waren den Angaben zufolge zum 1. Januar 367 Strafgefangene untergebracht, davon 307 Männer in der JSA Regis-Breitingen und 35 Frauen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz. Die meisten Insassen in Regis-Breitingen verbüßen eine Strafe wegen Körperverletzungsdelikten. Bundesweit beträgt die Rückfallquote im Jugendstrafvollzug den Angaben zufolge 77 Prozent.

Florian Ibrügger

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