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Sachsens Kultusministerin Kurth: Lehrerberuf muss attraktiver werden

Mehr Geld nötig Sachsens Kultusministerin Kurth: Lehrerberuf muss attraktiver werden

Die sächsischen Schulen brauchen Lehrer. Doch das Personal dafür ist wie überall in Deutschland knapp. Kultusministerin Kurth wüsste Auswege aus der Misere, nur müssten andere mitziehen.

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth fordert mehr Geld für Lehrer.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) hält auch künftig steigende Ausgaben in ihrem Ressort für notwendig. „Ohne mehr Geld wird gar nichts gehen. Andernfalls können wir das Thema Wettbewerbsfähigkeit streichen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Konkurrenzkampf der Bundesländer um Lehrer an. Sachsen müsse die Konditionen einer Stelle im Schuldienst verbessern, um mithalten zu können. Dabei denkt Kurth auch an eine Verbeamtung junger Lehrer bei ihrer Einstellung. Bislang ist Sachsen neben Thüringen und Berlin das einzige Bundesland, das Lehrer nicht verbeamtet.

Am Dienstag beginnen Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften undden Spitzen der Ressorts Kultus und Finanzen. Wichtigster Punkt ist dabei die Absicherung eines qualitativ guten Unterrichts in den kommenden Jahren. Finanzminister Georg Unland (CDU) gilt als strikter Gegner der Verbeamtung.

„Es darf bei den Gesprächen keine Tabus geben“, unterstrich Kurth. Sachsens Schulen stünden vor einer schwierigen Phase: „Wenn wir die kritische Zeit bestehen wollen, müssen wir die Attraktivität des Lehrerberufes erhöhen - sowohl bei der jungen Generation als auch bei den älteren Kollegen. Denn sie haben große Verdienste beim Aufbau dieses anerkannten Schulsystems erworben.“

„Wir müssen mehr Geld ausgeben für junge Lehrerinnen und Lehrer, damit sie zu uns kommen, und für die älteren, damit sie nicht eher in Rente gehen“, bemerkte die CDU-Politikerin. „Regierung und Gewerkschaft sind in einer Verantwortungsgemeinschaft. Das setzt Verantwortungsbereitschaft voraus. Ich bin guten Mutes, dass sie auf beiden Seiten vorhanden ist.“ Die jetzige Phase sei kompliziert und schwierig: „In der Lehrerschaft gibt es einen Generationswechsel. Und wir haben andere gesellschaftliche Herausforderungen und Erwartungen an die Schule.“

Kurth hat bei der Anwerbung von Pädagogen nicht nur diejenigen im Blick, die in Sachsen oder anderen Ländern ausgebildet wurden. Es gebe auch sehr viele, die den Freistaat verlassen hätten, weil die Bedingungen anderswo besser waren. „Wir haben viele Anfragen junger Leute, die zurück wollen. Sie möchten eine Familie gründen und Oma und Opa als Unterstützung in der Nähe haben. Sie sind aber Beamte und wollen das auch in Sachsen sein. „Deshalb muss das Thema auf den Tisch. Ich bin auf der Seite der Lehrer.“

Ausdrücklich lobte Kurth die Gewerkschaften. Sie hätten sich intensiv Gedanken gemacht. „Auch bei ihren Ideen geht es darum, den Unterricht für unsere Kinder in einer guten Qualität zu sichern. Das ist ein sehr Positives Herangehen.“ Es sei wichtig, einander gut zuzuhören. „Ein Grundprinzip meiner Politik ist, dass ich transparent, authentisch und ehrlich sein will. Für Ehrlichkeit bekommt man zwar nicht immer Blumensträuße. Ich möchte aber keine rosaroten Wolken an den Himmel malen.“

Die Ministerin stimmte auch Eltern und Schüler auf schwierige Zeiten ein: „Wir müssen gemeinsam durch ein Tal der Tränen gehen.“ Ältere Kollegen dürften nicht verunsichert werden. „Das geschieht vor allem dann, wenn sie sich jede Woche vor neue Herausforderungen gestellt sehen. Dabei besteht das große Plus des sächsischen Schulsystems gerade darin, dass wir es nicht wie andere Länder immer wieder gewechselt haben. Die Schulpolitik der vergangenen 25 Jahre hat dem System Stabilität verliehen. Das soll auch so bleiben.“

LVZ

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