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Sachsens Mehrgenerationenhäuser fürchten um Förderung

Sachsens Mehrgenerationenhäuser fürchten um Förderung

Den Mehrgenerationenhäusern in Sachsen stehen schwere Zeiten bevor. Der Grund: Die Fördergelder des Bundes drohen zu versiegen. Vor rund vier Jahren begann das Aktionsprogramm, seitdem sind 37 solcher Begegnungsstätten in Sachsen entstanden.

Dresden. Mit großer Resonanz, wie eine Umfrage ergab. Aber nach fünf Jahren läuft die Förderung aus, manche Einrichtungen bangen um die weitere Finanzierung.

„Es wird sehr schwierig werden, wenn die Gelder ausbleiben“, befürchtet die Leiterin des Dresdner Mehrgenerationenhauses, Diana Bunzel. An Kursangeboten, Personal und Ausstattung müsste dann vermutlich gespart werden, so die Befürchtung. Dabei treffen sich Junge und Alte gern in dem Offenen Café oder besuchen einen der zahlreichen Kurse. Das Angebot reicht vom Stepptanz über Kinoabende bis hin zu Backkursen. Auch das Kinderfrühstück ist beliebt. Ältere Frauen kümmern sich um die Kleinsten, während die Mütter sich austauschen oder Behördengänge erledigen können.

Bei den meisten Einrichtungen wohnen die Generationen allerdings nicht unter einem Dach, sondern treffen sich vielmehr bei Freizeit- und Kulturveranstaltungen. So im Leipziger Mehrgenerationenhaus Steinstraße, das seit 2007 eine Anlaufstelle für Jung und Alt ist. Auch Theaterstücke werden gemeinsam entwickelt. „Dabei können Vorurteile leichter abgebaut werden“, sagt Projektkoordinator Michael Rausch. Die Jugendlichen werden für das Altern sensibilisiert, Senioren lernen die Sorgen der Jungen kennen. Allerdings läuft die Förderung für das Haus 2011 aus. „Wir wollen den generationsübergreifenden Gedanken aber trotzdem beibehalten“, so Rausch. Er hofft dann auf Fördergelder von Stadt und Stiftungen.

Die Generationen sollen voneinander lernen, so die Idee der Einrichtungen. Das wird auch in Arzberg (Kreis Nordsachsen) praktiziert. Während die Senioren sich von den Jungen den Umgang mit dem Computer zeigen lassen, machen sie Hausaufgaben mit den Kindern, bringen ihnen Kochen und Backen bei. Täglich kommen zwischen 20 und 100 Menschen in das Mehrgenerationenhaus. „Gerade auf dem Land sind solche Häuser wichtig“, sagt Koordinator Holger Reinboth. Sie ersetzten den oft aus Geldmangel geschlossenen Jugendclub oder Dorftreff.

Deshalb soll sich künftig eine Landesarbeitsgemeinschaft für das Weiterbestehen der Mehrgenerationenhäuser in Sachsen einsetzen. „Wir wollen einen gewissen Druck ausüben, damit die Politik nicht an einer weiteren Förderung vorbeikommt“, erklärte Reinboth.

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums sind Mehrgenerationenhäuser ein wichtiger Baustein für das Miteinander von Jung und Alt. „Indem wir an vielen Orten Brücken bauen, können Generationenkonflikte eher vermieden werden“, so ein Sprecher. Jedes vom Bund geförderte Haus erhält 40.000 Euro pro Jahr und wird maximal fünf Jahre lang unterstützt. Deutschlandweit gibt es rund 500 solcher Einrichtungen.

Umfrage: Christiane Raatz, dpa

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