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Sächsische Imker verbuchen große Verluste

Sächsische Imker verbuchen große Verluste

Nach dem langen Winter verbuchen Sachsens Imker erhebliche Verluste. Im Schnitt hätten etwa 20 bis 30 Prozent der Bienenvölker die kalte Jahreszeit nicht überlebt.

Dresden. „Manche Imker haben sogar ihre gesamten Bestände verloren“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Imker, Roland Wicht, am Donnerstag. Dabei mache ein kalter Winter allein den Tieren noch nicht viel aus. „Je kälter es ist, desto weniger bewegen sie sich und verbrauchen dementsprechend weniger Nahrung“, erklärte Wicht. Das Problem: Viele Bienen seien bereits im vergangenen Herbst enorm geschwächt gewesen.

Vor allem die sogenannte Varroamilbe, die als Parasit die Bienenbrut beschädigt, habe den Tieren geschadet. Im vergangenen Jahr konnte sich der Schädling aufgrund des zeitigen Frühlings besonders gut vermehren. Auch der zunehmende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft reduziere die Bestände. „Bei der Nahrungssuche nehmen die Bienen über die Blüten das Gift auf“, sagte Wicht. Entweder verändere sich dadurch ihr Geruch, so dass sie nicht mehr in ihre angestammte Behausung gelassen werden, oder sie sterben bereits auf dem Weg dorthin.

Zudem finden die Bienen immer weniger Nahrung. In Sachsen gibt es nach Einschätzung des Experten kaum noch wilde Wiesen und immer weniger Artenvielfalt auf den Feldern. Auch Mohn- oder Kornblumen am Feldrand würden einfach mit Gift weggespritzt. „Dabei sind das die schönsten Nahrungsquellen“, sagte Wicht. Für die Umwelt könne das Bienensterben verheerende Folgen haben: Im Frühling schafften es die Tiere kaum noch, alle Pflanzen und Bäume zu bestäuben.

Jedes der rund 25 000 sächsischen Bienenvölker erzeugt zwischen 25 und 30 Kilogramm Honig pro Jahr. Dabei nehmen die fleißigen Tiere große Anstrengungen auf sich. Um etwa ein Kilogramm Honig zu sammeln, fliegt eine Biene umgerechnet bis zu dreimal um die Erde. Dabei bestäubt sie zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen.

dpa

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