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Sächsische Museen verfolgen Ermittlungen zu Münchner Kunstschatz-Fund

Sächsische Museen verfolgen Ermittlungen zu Münchner Kunstschatz-Fund

Mit Blick auf noch vermisste Kunstwerke verfolgen auch Museen in Sachsen die Nachforschungen zum spektakulären Kunstschatz-Fund von München. Zwar sei die Rückgabe von im Zuge der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmten Werken ausgeschlossen, sagte die Direktorin der Kunstsammlungen Zwickau, Petra Lewey, am Montag.

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In einer Wohnung dieses Hauses wurden nach Medienberichten etwa 1500 Werke im Wert von einer Milliarde Euro entdeckt. Darunter sind Gemälde von Pablo Picasso, Franz Marc oder Max Beckmann.

Quelle: dpa

Zwickau/Dresden. Es könne sich aber der Verbleib vermisster Bilder klären.

Eine Verbindung zu Zwickau gibt es auch aus anderem Grund: Kunsthistoriker Hildebrand Gurlitt (1895-1956), bei dessen Sohn schon im Frühjahr 2011 rund 1500 Meisterwerke der klassischen Moderne entdeckt wurden, war vor seiner Kunsthändler-Tätigkeit für die Nazis Museumschef in Zwickau.

„Wir verdanken ihm eine moderne Gemälde- und grafische Sammlung“, sagte Direktorin Lewey. „Er hat hier viel für die Moderne getan.“ Gurlitt ließ das Museum vom Dessauer Bauhaus gestalten, erwarb zeitgenössische Werke, stellte Gegenwartskünstler wie Max Pechstein aus und sorgte für überregionale Beachtung. 1930, nach fünf Direktorenjahren, wurde Gurlitt entlassen, auch wegen seiner manchen zu fortschrittlichen Arbeit, wie Lewey sagte. Danach machte er sich in Hamburg selbstständig.

„Gurlitts Kunsthandel befand sich nicht in Sachsen“, betonte der Provenienzexperte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Gilbert Lupfer. Im Zuge des „Sonderauftrags Linz“ für ein von Hitler geplantes Museum hatte er aber Verbindungen zum damaligen Dresdner Galeriedirektor Hermann Voss. Ob die SKD vom aktuellen Fall betroffen sind, konnte Lupfer nicht sagen. „Wir wissen nicht, was gefunden wurde.“

Die Berliner Forschungsstelle „Entartete Kunst“ sucht nach Vorbesitzern der verschollen geglaubten Meisterwerke von München, die der Dresdner Gurlitt in den 30er- und 40er-Jahren aufgekauft hatte. Die Recherchen werden auch in Zwickau genau verfolgt. Die dortigen Kunstsammlungen vermissen rund 40 Kunstwerke, Papierarbeiten etwa von Barlach, Kandinsky oder Macke, aber auch ein Gemälde von Max Pechstein. Zwar gibt es laut Direktorin Lewey im Ernstfall kein Recht auf Rückgabe. „Wir würden aber alles daran setzen, es zu erwerben.“

dpa

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