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Sächsische Parteien streiten um Energiepolitik - FDP gegen vorschnellen Atomausstieg

Sächsische Parteien streiten um Energiepolitik - FDP gegen vorschnellen Atomausstieg

Sachsen streitet um die Energiepolitik von morgen. Als erste verlangten am Dienstag die Grünen im Landtag ein neues Energiekonzept für den Freistaat und forderten dabei den Ausstieg aus der Braunkohle.

Dresden. „Wenn wir die Klimaschutzziele ernst nehmen, müssen wir schnell aus der Braunkohle raus“, sagte der energie- und klimapolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Johannes Lichdi. Spätestens 2025 sei das möglich. Es sei verwerflich, neue Tagebaue zu planen. Schon die bestehenden sicherten eine Versorgung bis über das Jahr 2030 hinaus.

Parallel zu Lichdis Forderung geht nach einjähriger Testphase der einst stillgelegte sächsische Tagebau Reichwalde (Kreis Görlitz) wieder in den regulären Betrieb. Acht bis zehn Millionen Tonnen Braunkohle sollen dort künftig pro Jahr ans Tageslicht geholt und über ein neues Förderband direkt zum Kraftwerk Boxberg transportiert werden, gab der Energiekonzern Vattenfall am Dienstag bei einem Ortstermin bekannt.

Sachsens früherer SPD-Wirtschaftsminister Thomas Jurk sieht zwar in der Braunkohle eine wichtige Brückentechnologie auf dem Weg in ein Zeitalter der erneuerbaren Energien. Zugleich forderte er eine klare Absage an die Kernkraft, die noch im aktuell gültigen Energieprogramm Sachsens aus dem Jahr 2004 als Option enthalten ist. Je schneller man sich von der Atomkraft verabschiede, desto schneller könne man sich auf die entscheidenden Fragen konzentrieren - so auf die Entwicklung von Speichermedien für erneuerbare Energien.

Nach Ansicht von Lichdi sind regenerative Energie keine Frage technischer Möglichkeiten, sondern des politischen Willens. Der Grünen-Politiker befürchtet, dass Sachsen die Entwicklung verschläft. Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hatte im Zusammenhang mit dem forcierten Atomausstieg nach dem Reaktorunglück in Japan für eine Renaissance der heimischen Braunkohle plädiert. FDP-Parteichef Holger Zastrow sprach sich gegen einen vorschnellen Atomausstieg aus.

Die Grünen sehen die schwarz-gelbe Koalition in Sachsen bei der Energiewende auf die Bremse treten. Laut Klima-Aktionsplan will das Land den Anteil erneuerbarer Energie am Stromverbrauch von momentan 17 Prozent bis 2020 auf 24 Prozent steigern. Nach Ansicht der Grünen hat der Freistaat aber das Potenzial, bis zu diesem Zeitpunkt schon 75 Prozent des Stromverbrauches aus Wind, Sonne und Biomasse zu decken.

Die FDP stellte die Überlegungen der Grünen umgehend infrage. Sie würden ganz nach dem Motto verfahren: „Wozu Kraftwerke? Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!“ „Und wie soll unsere sächsische Heimat aussehen, wenn die Hälfte unseres Stromes aus Windenergie kommen soll? Sollen wir ganz Sachsen mit Betonmasten verspargeln, in der Hoffnung, dass schon genug Wind wehen wird?“, fragte Fraktionschef Holger Zastrow und kam zu dem Schluss: „Der grüne Traum ist für Sachsen ein Alptraum.“

dpa

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