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Sächsischen Schulleitern winkt ab 2014 Leistungsprämie von bis zu 5000 Euro

Sächsischen Schulleitern winkt ab 2014 Leistungsprämie von bis zu 5000 Euro

Sachsens Schulleitern winkt ab 2014 eine spezielle Leistungsprämie. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung will der Freistaat Anfang kommenden Jahres insgesamt 600.000 Euro bereitstellen.

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Quelle: dpa

Dresden. Damit sollen vor allem Direktoren bedacht werden, die wegen des Personalmangels zwei Schulen gleichzeitig führen - mit und ohne Beamtenstatus. Daran gibt es Kritik.

Erst wenige Wochen ist es her, da sorgten Meldungen über unterbezahlte Schulleiter für Aufsehen im Freistaat. 1350 Direktoren gibt es derzeit, von diesen aber werden 270 nicht ihrer Aufgabe entsprechend entlohnt. Grund: Dutzende Stellen sind unbesetzt, weil Schulleiter in die Verwaltung abgeordnet oder in Vorruhestand gegangen sind. Normale Lehrer müssen einspringen, ohne dafür bezahlt zu werden. Und viele Direktoren führen zwei Schulen parallel - ebenfalls ohne zusätzliches Entgelt.

Jetzt aber ist eine - zumindest begrenzte - Lösung in Sicht. So will die Regierung eine Einmal-Prämie bereitstellen, pünktlich zum Wahljahr 2014. Nach LVZ-Informationen ist geplant, bis zu 5000 Euro pro Kopf auszureichen. Rund 120 Schulleiter könnten so in den Genuss der Prämie kommen. Zwei Kriterien gibt es: Neben Direktoren, die mehrere Schulen gleichzeitig führen, geht die Prämie an Lehrer, die seit mindestens einem Jahr als Schulleiter tätig sind, ohne entsprechend bezahlt zu werden.

Allerdings soll die Auszahlung offensichtlich nach bisherigen Einkünften gestaffelt werden. Damit erhalten Direktoren an Gymnasien eine höhere Prämie als solche an anderen Schulen. Das Geld stammt aus Reste-Töpfen des Kultus- und des Finanzministeriums. Hinzu kommen Mittel, die im Rahmen der Dienstrechtsreform ausgereicht werden. Dabei gehen 220.000 Euro an verbeamtete Schulleiter, die restlichen 380.000 Euro kommen deren nicht-verbeamteten Kollegen zugute.

Für die Opposition ist das alles andere als akzeptabel. "Diese Prämie wird nicht für besondere pädagogische Leistungen ausgezahlt", sagt die Bildungspolitikerin Cornelia Falken (Linke) der LVZ. "Es handelt sich vielmehr um ein Trostpflaster, um Führungskräfte an den Schulen ruhigzustellen." Damit aber sei das generelle Problem einer unangemessenen Bezahlung keineswegs gelöst.

Ähnlich sieht das Sabine Gerold. "Schulleiter, die zwei Schulen leiten, und Lehrer, die Leitungsaufgaben erfüllen, haben es verdient, dass diese Arbeit angemessen bezahlt wird", meint die Chefin der Lehrergewerkschaft GEW. Mit einer Prämie sei das nicht getan. "Hier wird Entgelt umverteilt, das zunächst bei Lehrern und Schulleitern selbst eingespart wurde."

Das Kultusressort sieht das anders. "Gute Schule gibt es nur mit Lehrkräften, die Führungsaufgaben übernehmen", sagt Ministerin Brunhild Kurth (parteilos) auf Anfrage. Sie sei "sehr froh", dass betroffene Lehrer dafür nun eine finanzielle Anerkennung erhalten.

Für einigen Unmut bei den Pädagogen dürfte allerdings die Tatsache sorgen, dass im Gegensatz zur Praxis früherer Jahre nicht alle Lehrer gleichermaßen ausgezeichnet werden können, zum Beispiel für ihr überdurchschnittliches Engagement.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.11.2013

Jürgen Kochinke

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