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Sächsischer Landwirtschaft geht der Nachwuchs aus - Stellenangebot bleibt konstant

Sächsischer Landwirtschaft geht der Nachwuchs aus - Stellenangebot bleibt konstant

Im Fernsehen suchen einsame Bauern nach einer Frau für’s Leben. Sachsens Landwirte suchen weniger erfolgreich nach motivierten Auszubildenden. Seit Jahren melden sich weniger Bewerber, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Quelle: dpa

Dresden/Chemnitz. 912 geschlossene Lehrlingsverträge in den 14 Berufen rund um die Landwirtschaft zählte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie bis zum 30. Juni dieses Jahres. Das sind knapp zehn Prozent weniger als 2010.

An den Betrieben liegt das nicht: „Das Lehrstellenangebot bleibt seit Jahren konstant“, sagt Kathlen Runge, die beim Landesamt für die Berufskoordination zuständig ist. Der Rückgang habe sich in den vergangenen Jahren schon abgeschwächt. „Bei den Gärtnern ist er allerdings bedenklich.“ Fingen 2010 noch 264 junge Menschen ihre Ausbildung zum Gärtner an, sind es dieses Jahr nur noch 214 - 20 Prozent weniger. Knapp 300 Lehrstellen sind laut Arbeitsagentur in den grünen Berufen sachsenweit noch zu vergeben. Neben Gärtnerazubis werden Tierzüchter und Landwirte gesucht.

Gründe für die Nachwuchsprobleme der sächsischen Landwirtschaft gibt es viele. Zwei Ursachen hat der Landesbauernverband ausgemacht: Durch den Geburtenrückgang gibt es immer weniger potenzielle Bewerber und durch die stärkere Technisierung in der Landwirtschaft steigen die Anforderungen an sie. „Die Konkurrenz zwischen den Branchen um gute Azubis steigt“, sagt Susanne Dannenberg vom Landesbauernverband. Beobachtungsgenauigkeit, Geschicklichkeit, technisches Verständnis, Organisationstalent und Rechenfertigkeiten listet die Arbeitsagentur als Anforderungen an die Landwirte von morgen auf.

Gute Realschüler sind den Betrieben die liebsten Bewerber. Doch im Wettlauf um die klugen Köpfe ziehen die grünen Berufe häufig den Kürzeren. „Die Verdienstmöglichkeiten in der Lehre sind in der Landwirtschaft nicht so gut wie anderswo“, sagt Dannenberg. Die Technikinteressierten werden dann oft lieber Mechatroniker.

Das bestätigt auch die Statistik aus Sachsens Arbeitsämtern: In der Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe stehen neben Einzelhandelskaufmann und Koch auch Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker ganz weit oben. Nach Land-, Tier- oder Pferdewirt sucht man in der Liste hingegen vergeblich. Der Landesbauernverband und seine 5000 Mitglieder wollen das ändern. Seit 2009 läuft das Modellprojekt „Bildung ist grün“, das die Ausbildung verbessern und mehr Nachwuchs in die Landwirtschaft locken soll.

Im August werden erste Ergebnisse in einem Katalog veröffentlicht, im September folgt ein Ausbilder-Handbuch. „Darin haben wir Checklisten und Musterverträge zusammengestellt, aber auch Informationen zur Ausbildungsorganisation“, sagt Susanne Dannenberg. Diese Angebote und weitere an die ausbildende Betriebe sollen eine Lehre in den grünen Berufen attraktiver machen. 21.700 Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Das sind 1,5 Prozent aller Beschäftigten im Freistaat. Damit es nicht weniger werden, wirbt der Freistaat auf Plakten mit der Frage: „Lust auf Rogg’n’rollen?“

Franziska Höhnl, dpa

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