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Säuglingsterblichkeit in Sachsen geht weiter zurück - bundesweit in der Spitzengruppe

Säuglingsterblichkeit in Sachsen geht weiter zurück - bundesweit in der Spitzengruppe

Medizinischer Fortschritt und DDR-Klinik-Struktur: Seit der Wende ist die Säuglingssterblichkeit in Sachsen um mehr als drei Viertel gesunken. Gab es 1990 noch 335 Fälle, starben 20 Jahre später nur noch 77 Babys vor Ablauf des ersten Lebensjahres.

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Seit der Wende ist die Säuglingssterblichkeit in Sachsen um mehr als drei Viertel gesunken.

Quelle: dpa

Kamenz/Dresden. Das waren sieben weniger als 2009, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz am Mittwoch mit. Auf 1000 Lebendgeborene kamen danach 2,2 Todesfälle, 2009 hatte die Quote noch bei 2,5 gelegen. Fast die Hälfte aller gestorbenen Säuglinge wog bei der Geburt weniger als 2500 Gramm, 24 waren sogar leichter als 1000 Gramm.

Ein Anteil von 0,22 Prozent bei insgesamt 35.091 Geburten sei sehr gut, sagte der Chef der Kinderklinik im Universitätsklinikum Dresden, Prof. Manfred Gahr, der Nachrichtenagentur dpa. Damit bewege sich Sachsen nicht nur bundesweit in der Spitzengruppe, sondern auch  auf dem Niveau von Schweden und Norwegen. Die Ursache liegt laut Gahr nicht nur im medizinischen Fortschritt. „Auch die aus der DDR-Zeiten beibehaltene Zentralisierung der Geburtshilfe, wie in skandinavischen Ländern üblich, ist förderlich“, sagte er.

„Bei 95 bis 97 Prozent aller Geburten braucht es keinen Arzt, das können Hebammen machen; aber etwa drei Prozent sind kompliziert.“ Für Risikoschwangerschaften seien die drei großen Zentren landesweit optimal, „auch wenn das riesige Entfernungen für die Patientinnen bedeutet“. Nicht zuletzt könnten auch die Abtreibungen nach pränatal entdeckten Fehlbildungen eine Rolle spielen. „Die meisten Säuglinge sterben in den ersten sieben Tagen“, sagte Gahr.

Bei den 77 im Jahr 2010 gestorbenen Neugeborenen waren unter anderem in 25 Fällen angeborene Fehlbildungen die Ursache sowie 35 extreme Frühgeburten. „Die, die ab der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, sind zu 95 Prozent geschädigt oder behindert, 70 Prozent sterben“, erklärte der Mediziner. Bei sieben Babys war plötzlicher Kindstod die Ursache. „Das Phänomen ist seit Jahrhunderten bekannt, die medizinische Ursache bisher unbekannt.“ Viele der Kinder seien in Bauchlage gefunden worden, die vor 30, 40 Jahren eingeführt wurde. Inzwischen werde wieder Rückenlage empfohlen. „Seitdem gehen die Todesfälle zurück.“

dpa

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