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Schäfer demonstrieren für Abschuss von aggressiven Wölfen

Sachsen Schäfer demonstrieren für Abschuss von aggressiven Wölfen

Manche Tierhalter in der Oberlausitz wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie immer mehr Nutztiere vom Wolf gerissen werden. Bei ihrer Demonstration fordern sie eine klare Regelung für aggressive Wölfe.

Ein Wolf im Wildgehege Moritzburg (Archivbild)

Quelle: dpa

Bautzen. Die Transparente sprechen eine klare Sprache: „Wir brauchen keine Wölfe“ und „SOS - Schäfer ohne Schafe“ steht darauf geschrieben. Zum ersten Mal haben Schäfer und Hobbytierhalter bei einer Demonstration am Dienstag in Bautzen ihrem Unmut Luft gemacht und den Abschuss von aggressiven Wölfen gefordert. „Auffällige Wölfe, die wiederholt unsere geschützten Schafe, Ziegen und andere Tiere reißen, müssen geschossen werden dürfen“, sagte Initiativsprecherin Carola Tuschmo aus Neschwitz. Dem kurzfristigen Aufruf übers Internet waren rund 200 Betroffene, auch aus Brandenburg und Niedersachsen, gefolgt.

Dabei ging es den Haltern zum einen um ihre Tiere, zum anderen um immer größere Kosten, um ihre Herden zu schützen. „Der Wolf ist politisch gewollt. Wir aber müssen die Kosten tragen und sind inzwischen an die Grenzen des Machbaren gestoßen“, sagte Schäfer Frank Kieslich aus Neißeaue. Seine 200 Mutterschafe stehen auf den Weiden in direkter Nachbarschaft der jüngsten Wolfsangriffe in der Lausitz. Beim Schäfer Uwe Wiedmer in Biehain (Kreis Görlitz) tötete der Wolf vergangene Woche zwölf Schafe. Seine Frau Andrea war auch bei der Demonstration. „Nach dem Vorfall haben wir zwei Nächte bei unseren Tieren geschlafen. In unsere Kulturlandschaft gehört der Wolf nicht“, sagte sie.

Nach Angaben des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“ griffen 2016 in Sachsen 40mal Wölfe Nutztiere an. Dabei häuften sich die Übergriffe im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels. „Dies hat den Eindruck erweckt, dass die Wölfe in Sachsen generell immer mehr Schäden verursachen. In den meisten sächsischen Wolfsterritorien gibt es aber nur sehr wenige oder gar keine Übergriffe auf Nutztiere“, so das Kontaktbüro.

Die Wolfsmanager setzen zudem auf effektive Herdenschutzmaßnahmen. Der Freistaat zahlt sowohl Hobby- als auch Tierhaltern im Neben- und Haupterwerb eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 80 Prozent der Nettokosten zur Anschaffung von zum Beispiel Elektrozäunen, Herdenschutzhunden und einen Untergrabungsschutz von Wildgattern, hieß es. Zudem würde das Töten von Wölfen nur kurzfristig Nutztierschäden reduzieren. „Durch die Besetzung des freigewordenen Gebietes durch andere Wölfe ist jedoch von einer Fortsetzung der Nutztierübergriffe auszugehen“.

Die Lausitzer Landtagsabgeordnete Kathrin Kagelmann (Linke) forderte, bei aktuellen Förderinstrumenten nachzusteuern. Höherer Aufwand für Schäfer beim Schutz vorm Wolf müsse vom Staat komplett erstattet werden, sagte sie. Parallel zur Demonstration wurde in Bautzen über Herdenschutz beraten.

Sollten die empfohlenen Schutzmaßnahmen keine Wirkung zeigen, müsste die Tötung eines Wolfes oder mehrerer Wölfe als letztes Mittel erlaubt sein. Doch die Tierhalter und Betroffenen wollen sich nicht mehr hinhalten lassen. „Der aktuelle Wolfsmanagementplan beinhaltet bereits, dass Wölfe und Rudel, die immer wieder Nutztiere angreifen, abgeschossen werden dürfen. Wir wollen ein Signal“, sagte Tuchmo und kündigte weitere Aktionen an. Nach aktuellem Stand sind im Freistaat 14 Wolfsrudel bestätigt.

Miriam Schönbach

Bautzen 51.182293 14.423775
Bautzen
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