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Schild soll an „Kirchenflieger“ von Limbach-Oberfrohna erinnern

Schild soll an „Kirchenflieger“ von Limbach-Oberfrohna erinnern

Ein Jahr danach erinnert an der Stadtkirche in Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) fast nichts an den spektakulären Unfall. „Es war nur ein Dachschaden“, sagt Pfarrer Andreas Vögler.

Ein 23-Jähriger war in der Nacht zum 26. Januar 2009 mit seinem Auto - angetrunken und deutlich zu schnell - ins Kirchendach von Limbach-Oberfrohna geflogen.

Quelle: dpa

Limbach-Oberfrohna. Er ist froh, dass er das so sagen kann. „Ein paar Zentimeter weiter nach links oder nach rechts oder ein paar Meter nach unten - und der junge Mann wäre wohl tot.“ Der 23-Jährige war in der Nacht zum 26. Januar 2009 mit seinem Auto - angetrunken und deutlich zu schnell - ins Kirchendach geflogen.

Dass er das überlebte, grenzt an ein Wunder. Zwei Polizisten, die Besatzung eines Streifenwagens, wurden damals Augenzeugen der 35 Meter langen Flugeinlage in mehr als sechs Meter Höhe. Für Experten ist das immer noch ein Rätsel, für Vöglers Pfarrer-Kollege Johannes Schubert hingegen schlicht „ein Wunder Gottes“.

Im Dachstuhl sind ein Balken und ein Stück Holzboden neu verlegt worden - nicht viel größer als ein Parkplatz. Vögler klopft auf das starke Gebälk links und rechts daneben. „Wäre das Auto dagegen geprallt, wäre es wohl nach unten gekracht.“ So aber habe der inzwischen 24-jährige Unfallfahrer, der damals mit einem Spezialkran aus dem Auto gehievt werden musste und schwerverletzt ins Krankenhaus kam, keine bleibenden Schäden davongetragen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zwickau darf der Kfz-Monteur inzwischen auch wieder Auto fahren - nachdem ihm der Führerschein bis Ende Dezember entzogen worden war. Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs hatte der Mann, der vor seinem Stunt mit 139 statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde unterwegs war, per Strafbefehl auch eine Geldstrafe kassiert.

Pfarrer Vögler hatte den Mann aus dem Nachbarort Hartmannsdorf bis zu dem Unfall vor einem Jahr nicht gekannt, jetzt sieht er ihn manchmal im Gottesdienst am Sonntagmorgen. Zusammen sind beide im Fernsehen bei Günther Jauch gewesen. Nicht nur Medien haben sich für den „Kirchenflieger“ interessiert, auch Reisebusse fuhren immer mal wieder vor. Und dann waren da noch PR-Gags wie Verkehrsschilder, T- Shirts, Tassen und Modelle. „Wir haben damit nichts zu tun“, sagt Vögler. Geld habe es der Kirche auch nicht eingebracht.

Der Rummel hat beide Pfarrer nicht belastet - „nur Zeit hat es gekostet“, findet Schubert. Die Reparaturkosten des Dachschadens von knapp 65 000 Euro wurden von der Versicherung übernommen. Künftig soll an dem Gotteshaus, in Augenhöhe unterhalb des Unfallorts, mit einem Schild an den Flug ins Kirchendach erinnert werden. Darauf wird laut Vögler ein Bibel-Spruch stehen: „Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich.“

Tino Moritz, dpa

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