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Semperoper: Dresdner Friedenspreis geht an afrikanischen Musiker Emmanuel Jal

Semperoper: Dresdner Friedenspreis geht an afrikanischen Musiker Emmanuel Jal

Starke Töne in der Semperoper: Der sudanesische Musiker und einstige Kindersoldat Emmanuel Jal hat am Sonntag den mit 25 000 Euro dotierten „Dresden-Preis“ erhalten.

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Quelle: dpa

Dresden. Er erinnert an das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Elbestadt und wird von der Klaus Tschira Stiftung (Heidelberg) und der Organisation Friends of Dresden verliehen.

 Jal erhielt den Preis, weil er mit seiner Musik und seinem politischen Engagement den militärischen Missbrauch von Kindern in Afrika bekämpft. Am Sonntag forderte er die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Am schlimmsten sei es, bei Gräueltaten wegzuschauen, sagte Jal: „Schweigen ist Gewalt.“

Jal stammt aus dem Süden Sudans und wurde mit acht Jahren zum Kindersoldaten ausgebildet. Am Sonntag verglich er sein damaliges Leben mit einer Hölle. „Wenn man den Krieg überlebt hat, dann laufen die Geschehnisse immer wieder wie ein Film im Kopf ab. Das Leben hat sich dann komplett verändert“, sagte er in seiner Dankesrede in der Semperoper. Die Narben am Körper sehe man heilen. „Aber die Wunden an der Seele brauchen viel länger.“

Die Laudatio auf Jal hielt Fatou Bensouda, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag. Kindersoldaten seien Opfer des Konfliktes, traumatisiert, allein und „unsichtbar im Nebel des Krieges“. Ihr Einsatz sollte die ganze Menschheit beunruhigen, sagte sie. Dieses abscheuliche Verbrechen dürfe nicht straffrei bleiben. „Beim Internationalen Strafgericht sind die Kindersoldaten nicht unsichtbar. Wir betrachten sie nicht als Täter, sondern als Opfer.“ Bensouda bedankte sich bei Jal für sein Engagement: „Die Welt braucht mehr Emmanuel Jals“, sagte die aus Gambia stammende Juristin.

Der Dresden-Preis wurde zum fünften Mal verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderem der einstige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der Dirigent Daniel Barenboim.

dpa

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