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Senioren am Steuer - Sachsen setzt auf freiwillige Fitnessprüfung - geringe Unfallzahlen

Senioren am Steuer - Sachsen setzt auf freiwillige Fitnessprüfung - geringe Unfallzahlen

Eine unübersichtliche Kreuzung, Auffahren auf die Autobahn - im Straßenverkehr ist schnelles Reaktionsvermögen gefragt. Das wird vielen Älteren nicht mehr zugetraut, immer wieder wird deshalb über verpflichtende Gesundheitstests diskutiert.

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Immer wieder wird über verpflichtende Gesundheitstests für ältere Autofahrer diskutiert. Wer an sich zweifelt, kann sein Fahrkönnen in Sachsen freiwillig testen. Konsequenzen drohen nicht.

Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen setzen Experten und Politiker auf Freiwilligkeit. Zudem gibt es im Freistaat zahlreiche Angebote, sein Fahrkönnen testen zu lassen.

Viele Fahrschulen bieten speziell auf Ältere zugeschnittene Programme an, etwa „Fit im Verkehr“. Senioren, die regelmäßig hinterm Steuer sitzen, können freiwillig ihre Fähigkeiten testen. „Mit einem Fahrlehrer werden schwierige Situationen geübt“, erklärte der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Fahrlehrer, Andreas Grünewald. Vielen Älteren bereite das Auffahren auf die Autobahn Probleme. Damit sie nicht zu Falschfahrern werden, können sie sich an den Fahrschulen in Theorie und Praxis üben.

Keine Konsequenzen

Auch der ADAC Sachsen bietet einen Fahr-Fitness-Check an. Bei einer Fahrt mit einem Experten können Autofahrer testen, wie fit sie im Straßenverkehr sind. „Freiwillig und ohne Risiko für den Führerschein“, sagte ein ADAC-Sprecher. Denn Konsequenzen müssen Autofahrer bisher nicht fürchten. Wer nicht auffällig wird, kann seinen Führerschein behalten. Ältere stellten keine Problemgruppe dar, hieß es. Einen verpflichtenden Gesundheitscheck lehnt der ADAC deshalb ab. Auch für Innenminister Markus Ulbig (CDU) steht das Thema nicht zur Diskussion. „Senioren verursachen trotz ihres hohen Bevölkerungsanteils weniger Unfälle als jüngere Autofahrer.“

Das zeigt auch die kürzlich vorgestellte Unfallstatistik für Sachsen. Für 12,2 Prozent aller Verkehrsunfälle waren demnach über 65-Jährige verantwortlich, bei knapp 17 Prozent dagegen waren 18- bis 25-Jährige schuld. Senioren zählen im Straßenverkehr eher zu den Opfern: 2012 war fast ein Drittel der 211 Verkehrstoten über 65.

Fahrpraxis gleicht Schwächen aus

Bernhard Schlag, Professor für Verkehrspsychologie an der Technischen Universität (TU) Dresden, bestätigt diesen Befund. Zwar ließen im Alter Sehkraft, Reaktionsvermögen und Motorik nach - diese Schwächen könnten aber zum Teil kompensiert werden. Zum einen durch langjährige Fahrpraxis, zum anderen mieden Senioren brenzlige Situationen wie Fahren zu Stoßzeiten, bei Dunkelheit oder im Nebel. Probleme gibt es nach Einschätzung des Experten dagegen an unübersichtlichen Kreuzungen. „Wenn komplexe Entscheidungen getroffen werden müssen, ist schnell die Grenze erreicht.“

Ältere Autofahrer sollten ihre Fähigkeiten selbstkritisch prüfen, rät Schlag. Dafür setzt der Verkehrspsychologe auf Freiwilligkeit: Es sollte Anreize geben, damit Ältere sich vom Hausarzt regelmäßig auf ihre Fahreignung testen lassen. „Die Zahl der älteren Autofahrer steigt“, sagte Schlag. Zudem komme jetzt die erste Generation ins Alter, die ihr ganzes Leben lang Auto gefahren sei. „Und auch mit 80 darauf nicht verzichten will.“

In Dresden haben im Vorjahr 51 über 65-Jährige ihren Führerschein zurückgegeben - allerdings nicht ganz freiwillig. Nach Angaben der Stadt sind sie einem Entzug zuvorkommen, nachdem sie im Straßenverkehr auffällig geworden waren. In den vergangenen drei Jahren haben sich in Chemnitz 56 Senioren von ihrer Fahrerlaubnis getrennt - mehr oder weniger freiwillig.

Christiane Raatz, dpa

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