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Solarworld entgeht Insolvenz – Erleichterung auch im sächsischen Freiberg

Solarworld entgeht Insolvenz – Erleichterung auch im sächsischen Freiberg

Nach mehreren Pleiten in der Branche hat Solarworld als Deutschlands größter Solarkonzern eine drohende Insolvenz abgewendet. Mit der Zustimmung der Aktionäre ist der Weg frei für das Sanierungskonzept.

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Die Zentrale des Photovoltaikunternehmens Solarworld in Bonn.

Quelle: Oliver Berg/Archiv

Bonn/Freiberg. Mit ihm will Vorstandschef Frank Asbeck einen Neustart in einem von chinesischer Billigkonkurrenz dominierten Markt ermöglichen. Asbeck sprach von einem „neuen Geburtstag“ für das von ihm vor 15 Jahren gegründete Unternehmen. Auch in Freiberg, dem größten Produktionsstandort des Konzerns, löste die Billigung des Rettungsplanes Erleichterung aus.

„Die übergroßen Zustimmungsquoten zeigen, dass die Gläubiger und Aktionäre großes Vertrauen in das Sanierungskonzept der Solarworld haben“, sagte der für Freiberg zuständige Bereichsvorstand, Mario Behrendt, der Nachrichtenagentur dpa. Das sei eine gute Nachricht für die mehr als 1400 Beschäftigten in Freiberg und ihre Familien. Im Freiberger Werk sind neben einem Stamm von rund 1330 Mitarbeitern auch Zeitarbeiter beschäftigt: „Jetzt können wir uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren und mit neuer Motivation durchstarten. Auch für unsere Kunden, Lieferanten und Partner endet damit eine Zeit der Unsicherheit, mit ihnen können wir nun neue Projekte angehen.“ Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) sprach gleichfalls von einer guten Nachricht für die Mitarbeiter und die Region.

Am späten Mittwochabend hatten die Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Bonn mit 99,1 Prozent dem von Asbeck vorgeschlagenen Rettungsplan zugestimmt. Die Umsetzung des Konzepts für das hoch verschuldete Unternehmen soll im Februar 2014 abgeschlossen sein. Nunmehr kann der Schuldenberg von 900 Millionen Euro um mehr als die Hälfte gedrückt werden. Asbeck, der auf der zwölfstündigen Marathonsitzung viel Kritik einstecken musste, soll das Unternehmen bis 2019 führen.

Dem in roten Zahlen steckenden Bonner Konzern dürfte es aber auch bei einer vorläufigen finanziellen Rettung nach Ansicht von Experten schwer fallen, sich im hartumkämpften Markt zu behaupten. Preisverfall und Überkapazitäten sowie Förderkürzungen und die chinesische Konkurrenz machen Solarworld zu schaffen. Das Unternehmen habe mit guter Qualität eine Zukunft und sei wettbewerbsfähig, versichert Asbeck den Aktionären.

Die Aktionäre müssen für die Sanierung einen drastischen Kapitalschnitt von unterm Strich 95 Prozent schlucken und fast sämtliche Anteile abgeben. Nach Ansicht von Aktionärsschützern war die Entscheidung der Aktionäre alternativlos, da den Anteilseignern im Falle einer Insolvenz ein Totalverlust gedroht hätten.

Solarworld beschäftigt am Hauptproduktionsstandort im sächsischen Freiberg, einem weiteren Werk in den USA und in der Bonner Zentrale noch rund 2600 Mitarbeiter. In Spitzenzeiten waren es insgesamt einmal 3500. Der Personalabbau gilt nach Angaben von Solarworld als weitgehend abgeschlossen.

dpa

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