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Sorge an Sachsens Unikliniken wegen Sparkurs

Sorge an Sachsens Unikliniken wegen Sparkurs

Der Sparkurs des Freistaates lässt Sachsens Universitätskliniken Dresden und Leipzig langfristig um ihre Reputation in der Forschung bangen. Die Dresdner fürchten gar um ihre Spitzenposition.

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Quelle: dpa

Dresden/Leipzig. „Zufrieden sind wir nicht“, sagte der Kaufmännische Vorstand Wilfried E. B. Winzer in Dresden. „Wir haben exzellente Leistungen im Bereich der Hochschulmedizin vorzuweisen.“ Es seien neue Projekte auf dem Weg und Professuren ausgeschrieben. Das schaffe Arbeitsplätze und Folgeinvestitionen. Für die Leipziger ist die Lage zwar weniger prekär als 2010. „Wir können sicher ein bis zwei Jahre überbrücken, aber noch längere Zeit ohne Investitionen wird es nicht gehen“, sagte Uniklinikum-Sprecher Heiko Leske.

„Wir brauchen entsprechende Arbeitsmöglichkeiten für die Spitzenwissenschaftler“, mahnte der Dresdner Vorstand Winzer. Auf die Einrichtungen kommt stattdessen ein finanzielles Loch zu. „Der Plan für den Doppelhaushalt 2011/12 des Freistaates sieht vor, dass im Vergleich zu 2010 jährlich zwölf Millionen Euro weniger für die Hochschulmedizin zur Verfügung stehen“, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Diese seien in etwa gleich auf die beiden Unikliniken verteilt. Das Gesetz muss jedoch noch durch den Landtag.

Laut Winzer ist der kleine Zuschuss von 5,8 Millionen Euro für Mehraufwendungen für Forschung und Lehre in der klinischen Krankenversorgung pro Jahr seit März 2010 gestrichen. Das Geld, das bisher die Mehraufwendungen für die Studentenbetreuung finanzierte, soll auch 2012/12 nicht zur Verfügung stehen und zudem der Investitionszuschuss von neun auf vier Millionen Euro pro Jahr gekürzt werden. „Das wären zusammen 10,8 Millionen Euro innerhalb eines Jahres weniger, in der Größenordnung wird es langsam eng für die Qualität.“

Dabei sei die Hochleistungsklinik auf entsprechende Ausstattung und Großgeräte angewiesen. Laut Winzer gebe es aber Signale aus der Politik, „dass wir bedacht werden“, sobald wieder Geld vorliege. Bis dahin solle der Fehlbetrag durch vernünftige Wirtschaftsführung, unter anderem aus Rücklagen, kompensiert werden. „Wir gehen davon aus, dass das keine Streichung auf lange Sicht ist, sondern ein Haushaltsengpass für zwei Jahre.“ Auf Dauer „würden wir ausbluten“. Ohne ausgezeichnete Arbeitsbedingungen wären Spitzenwissenschaftler kaum zu halten oder zu gewinnen. „Wir konkurrieren im Ringen um die Besten ja mit der ganzen Welt.“

Die Leipziger können 2011/12 zwar wieder mit mehr Geld für ihre Medizinische Fakultät rechnen. Der 2010 von 52,7 auf 47 Millionen Euro abgesenkte Landeszuschuss für Forschung und Lehre sei rückgängig gemacht worden, teilte Leske mit. „Pro Jahr soll die Fakultät etwa 57 Millionen Euro erhalten.“ Das Universitätsklinikum, zuständig für die Krankenversorgung und den Lehrbetrieb finanziere den laufenden Betrieb und Mehrkosten selbst. Allerdings wurde für 2011/12 der Zuschuss für Investitionen in Geräte und medizinische Ausstattung von 9,1 Millionen Euro komplett gestrichen.

Es werde mit Anstrengungen möglich sein, die Basis für die enorm gestiegenen Forschungsaktivitäten sowie den Lehrbetrieb trotz hoher Kosten für Tarifsteigerungen zu finanzieren, sagte Leske. „Die unmittelbare Bedrohung ist erstmal weg.“ Denn die Einrichtung habe schon vor der Entscheidung gestanden, ein Drittel der Studienplätze sowie Großforschungsprojekte zu streichen. „Ein länger anhaltendes oder gar dauerhaftes Ausbleiben der Investitionsmittel wäre jedoch fatal“, sagte Leske. Blieben die Investitionszuschüsse aus, müssten die nötigen Investitionen von den Klinika selbst getragen werden. „Das würde mittelfristig zu einem Substanzverlust führen.“

dpa

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