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Spektakel am Nischel zum Chemnitz-Jubiläum

Spektakel am Nischel zum Chemnitz-Jubiläum

Jubiläum mit Köpfchen: Die Rückbenennung des damaligen Karl-Marx-Stadt in Chemnitz vor 20 Jahren soll zu Pfingsten mit einem großen Open-Air-Spektakel gefeiert werden.

Chemnitz. Am 29. Mai werde es einen Festumzug vom Ufer des Flusses Chemnitz hin zum Karl-Marx- Kopf im Stadtzentrum geben, vor dem dann ab Nachmittag viele Künstler und Bands auftreten, kündigten die Veranstalter am Montag an. In der Nacht zu Pfingstsonntag soll die Party dann in den Clubs der Stadt weitergehen.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten gehören zum Chemnitzer Kulturfestival „Begegnungen“, das dazu in diesem Jahr ausnahmsweise vom Herbst auf den Zeitraum vom 27. Mai bis zum 1. Juni vorverlegt wurde. Integriert ist zudem ein Theaterfest vom 27. bis zum 30. Mai unter dem Titel „Chemnitz - Schönste Blume des Ostens“. Vorgesehen seien Lesungen und Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten, kündigte Schauspielintendant Enrico Lübbe an. Dazu gehörten ein Altenheim, ein Gefängnis und auch die Technische Universität Chemnitz.

An den Abenden wird es im Schauspielhaus Gastspiele geben, unter anderem „Rummelplatz“ von Armin Petras, dem jetzigen Intendanten des Berliner Maxim-Gorki-Theaters mit Chemnitzer und DDR-Vergangenheit. Zuvor sind Besucher eingeladen, im Theater für jeweils acht Minuten mit einem von 100 Experten ins Gespräch zu kommen. Dieses Speeddating-Format ist auch unter dem Titel „Schwarzmarkt“ bekannt.

Zu den vorgesehenen Experten gehört Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Sie nannte am Montag die Namensgeschichte von Chemnitz „deutschlandweit einmalig“. Mit der Rückbenennung vor 20 Jahren habe das damalige Karl-Marx-Stadt deutlich gemacht, „dass eine andere Zeitrechnung beginnt“. Chemnitz trägt seit dem 1. Juni 1990 wieder seinen ursprünglichen Namen. Dafür hatte zuvor die Mehrheit der Karl-Marx-Städter in einem Bürgerentscheid gestimmt. Die Stadt hieß 37 Jahre lang nach dem Philosophen - seit 1953, das die SED zum Karl-Marx-Jahr erklärt hatte. Erhalten blieb der 1971 errichtete Karl-Marx-Kopf, der von den Chemnitzern liebevoll-spöttisch „Nischel“ genannt wird. Das Bronzedenkmal ist ein Werk des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel (1917-2003).

dpa

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