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Spektakuläre Lichter-Show am und unter Wasser: Nachteistauchen am Kulkwitzer See bei Leipzig

Spektakuläre Lichter-Show am und unter Wasser: Nachteistauchen am Kulkwitzer See bei Leipzig

Leipzig. Kalt, eiskalt war es nicht nur für die Zuschauer auf der rund 15 Zentimeter dicken Eisschicht des Kulkwitzer Sees. Bei zwei Grad Wassertemperatur tauchten die Sportler der Leipziger Delphine ab.

"Ein Kick ist schon dabei", sagte André Dreilich, Sprecher der Veranstaltung. Das dürfte besonders Johannes Rietzschel (18) gespürt haben, der mal kurz in Badeshorts zu Wasser ging. Die Freude über spektakuläre Unterwasseransichten war am Mittwoch ungetrübt. Ohne Risiko ist solch ein Vergnügen dennoch nicht.

Eine Sicherungsmannschaft stand deshalb bereit, jeder Taucher hing an einer 50 Meter langen Leine, damit er im Notfall leicht gerettet werden konnte. Am Mittwoch reizten die Mutigen diese Länge nicht ganz aus, hielten sich meist an die auf dem Eis beleuchteten Schneisen. "Der Radius ist ja durch die Sicherung beschränkt, aber manche Taucher sind bis zu zehn Metern in die Tiefe gegangen", erklärte Dreilich.

Etwas Erfahrung mussten die Nachteistaucher schon mitbringen. So nahmen sie bei den extremen Bedingungen das Mundstück mit Atemluftregler erst unter Wasser in den Mund. "Andernfalls können die Regler leicht einfrieren", sagte Dreilich. Deshalb habe jeder Taucher auch zwei komplette Tauchgeräte mit unabhängigen Systemen dabei. Am Mittwoch herrschte ungeteilte Begeisterung - "wir hatten keine kritische Situation", so Dreilich.

Spezielle Schutzkleidung sorgte dafür, dass die zwölf Wagemutigen nicht froren. „Die Taucher ziehen sich warm an und tragen über den Sachen einen wasserdichten Anzug, in den zusätzlich Luft geblasen wird", sagte André Dreilich. Ganz isoliert vom ein Grad Celsius kalten Nass waren sie aber dennoch nicht: Im Bereich der Maske und am Kopf machten sich die niedrigen Temperaturen durchaus bemerkbar, waren aber bei den 15 Minuten langen Ausflügen problemlos auszuhalten. Eigens für die Tauchgänge wurden zwei große Löcher als Ein- und Ausstieg ins Eis geschnitten. Für die Sicherheit sorgten neben kältefester Ausrüstung vor allem Sicherungsleinen, damit jeder Taucher den Ausgang wiederfinden konnte.

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Leipzig. Kalt, eiskalt war es nicht nur für die Zuschauer auf der rund 15 Zentimenter dicken Eisschicht des Kulkwitzer Sees. Bei zwei Grad Wassertemperatur tauchten die Sportler der Leipziger Delphine ab. "Ein Kick ist schon dabei", sagt André Dreilich, Sprecher der Veranstaltung. Das dürfte besonders Johannes Rietschel (19) gespürt haben, der in Badeshorts zu Wasser ging. Ohne Risiko ist das spektakuläre Tauch-Vergnügen nicht.

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Spektakuläre Bilder boten sich den Tauchern unter Wasser, sagte Dreilich. Auf dem Eis waren Streifen vom Schnee befreit und Lampen ausgelegt worden, die bis ins Wasser hinunter strahlten. Auch mit ihren eigenen Unterwasserleuchten sorgten die Taucher für eine besondere Stimmung, die von den aufsteigenden Luftblasen unter der Eisfläche noch verstärkt wurde.

Fische allerdings sind bei diesen Temperaturen kaum unterwegs. „Da ist wenig los. Vielleicht schaut mal einer raus, aber die wechselwarmen Tiere suchen da andere Regionen des Sees auf", erklärte der Extremsportler. Das heißt, dass sie derzeit eher am Grund des Kulkis zu finden sind, wo es mit vier Grad plus am wärmsten ist.

Trotz der Kälte draußen waren einige Dutzend Leipziger - dick eingepackt - als Zuschauer zum See gekommen und genossen die Lichter-Show der wagemutigen Eisgänger. Die waren nicht das erste Mal im zugefrorenen See unterwegs. „Jedes Jahr, wenn es kalt genug ist, dass sich eine geschlossene Eisdecke bildet, kommen die Leipziger Delphine zu diesen besonderen Tauchgängen an ihren Haussee", erzählte Dreilich. Dafür sind aber mindestens 14 Tage strenger Frost notwendig. Da der See im Westen Leipzigs bis zu 30 Meter tief ist, kühlt das Wasser nur langsam ab, Eis bildet sich dementsprechend nicht so schnell.

Genau diese Unvorhersehbarkeit der Veranstaltung ist es aber, die für die Sportler letztendlich das Besondere am Eistauchen darstellt. „Es hat schon deshalb einen außergewöhnlichen Reiz, weil man es nicht immer machen kann", so Dreilich.

Ines Christ / lyn

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